Was ist Hype, was nötig, was geht ohne?

Während in den Krisenjahren die IT-Budgets in den Unternehmen teilweise drastisch gekürzt wurden, wittern die IT-Chefs...

…nun wieder Morgenluft: Einer Capgemini-Studie zufolge gibt es für 2011 erstmals wieder mehr Geld, wenngleich die Steigerung mit guten 2 Prozent vergleichsweise überschaubar bleibt.

Deutlich steigen jedoch die Herausforderungen. Das geben auch die früher so unantastbaren Technikchefs zu. Die neue Lage bedeutet vor allem, dass die IT-Abteilungen stärker an die Geschäfte angebunden werden sollen. Heißt: Während die IT früher als Geheimwissenschaft agieren konnte, muss sie sich nun an Geschäftserfolgen messen lassen. Deshalb werden „interdisziplinär denkende Mitarbeiter“ gesucht, die neben anderem in der Lage sein sollen, „komplexe technische Sachverhalte einfach zu erklären“. Dies sei, so die Cap-Gemini-Experten, deshalb notwendig, weil „das IT-Verständnis der Geschäftsführung und der Fachabteilungen abnehmen, die Zusammenarbeit jedoch enger werden wird.“

Andere Zahlen aus der Untersuchung könnten auch den Schluss zulassen, dass das Gegenteil der Fall ist: Vielleicht haben sich Geschäftsführungen und Fachabteilungen angewöhnt, in einfachen Worten über technische Innovationen zu reden, weil sie das über Facebook und Internet gelernt haben? Für die meisten IT-Chefs ist diese Welt nach wie vor fremd: Unter den als am unwichtigsten eingestuften Maßnahmen zählen für die Techniker Blogs oder Social CRM – also die Ausnutzung sozialer Netzwerke zur Auswertung von Kundendaten.

Dagegen stehen Risikomanagement, Master Data Management oder Virtualisierung ganz oben auf der Agenda der IT-Chefs. Es scheint so, als wäre eine der Spätfolgen der Krise die anhaltende Fokussierung auf Kontrolle, Sicherheit und Effizienzsteigerung. Gegen diese Tugend kann kein vernünftiger Mensch etwas einwenden. Allein: Es bleibt eine Schwäche der deutschen Unternehmen, dass sie Technologie zwar stets für die Prozessoptimierung einsetzen, jedoch viel zu selten das Potenzial heben, welches sich durch die globale Vernetzung ergibt. Immerhin: Die mobilen Apps werden von einer überwältigen Mehrheit der CIOs als wichtiges Betätigungsfeld der Zukunft gesehen. Vielleicht schalten sie ja auch bald die unternehmenseigenen Blackberries für solche Segnungen der neuen Kommunikations-Kultur frei.

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