Strompreise steigen für Unternehmen deutlich an

Mittelständische Unternehmen müssen in diesem Jahr durchschnittlich 8,6 Prozent mehr...

…Energiekosten zahlen. Das ist ein Ergebnis eines Preisvergleichs des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA). Für den Vergleich von Strompreisen für Firmenkunden wurden Komplettpreise in 50 Netzgebieten untersucht. Diese repräsentieren rund zwei Drittel des deutschen Strommarktes. Ermittelt wurden Komplettpreise vor Steuern.

Trotz relativ niedriger Großhandelspreise werde die deutlich gestiegene Umlage für Ökostrom (EEG-Umlage) die Energiekosten in diesem Jahr „explodieren“ lassen, meint die VEA. Unterm Strich muss ein Industrieunternehmen mit einem jährlichem Strombedarf von vier Millionen Kilowattstunden rund 60.000 Euro mehr für Energie bezahlen.

In keinem Netzgebiet sind die Preise gesunken. Der größte Preisanstieg ist mit 25,8 Prozent bei den Stadtwerken Leipzig Netz zu verzeichnen. Ebenfalls deutliche Steigerungen sind bei der WEMAG Netz in Schwerin, bei den Netzdiensten Rhein-Main, den Energiediensten Netz und der BS Energy Netz in Braunschweig festzustellen. Der geringste Preisanstieg ist mit 3,7 Prozent bei der DREWAG Netz in Dresden feststellbar.

Starke Preisunterschiede gibt es zwischen den alten und den neuen Bundesländern: So beträgt der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern 12,73 Ct/kWh und ist damit um 8,8 Prozent höher als der mittlere Preis in den alten Bundesländern.

Die Differenz zwischen dem preisgünstigsten Netzgebiet, dem der HEAG Südhessische Energie in Darmstadt und dem teuersten, dem Wemag Netz, beträgt 28,1 Prozent. Bezogen auf den Durchschnitt der zehn preisgünstigsten Netze liegen die durchschnittlichen Preise der zehn teuersten Gebiete um 14,7 Prozent höher. Die zehn günstigsten Netzgebiete sind derzeit: HEAG Südhessische Energie, Stadtwerke Kiel Netz, Netzdienste Rhein-Main mit dem Netzgebiet der Mainova, Rheinische NETZGesellschaft mit dem Versorgungsgebiet Köln, Stadtwerke Karlsruhe Netze, DEW Netz in Dortmund, Süwag Netz, Stadtwerke Augsburg Netze, SWM Infrastruktur München und RWE Rhein-Ruhr-Verteilnetz.

Die Reihenfolge in der Gruppe der zehn Versorgungsgebiete mit den höchsten Durchschnittsstrompreisen: Wemag Netz, e.on Avacon (Sachsen-Anhalt), Stadtwerke Leipzig Netz, envia Netz, Enso Netz, e.on Hanse, e.on e.dis, Thüringer Energienetze, Energieversorgung Halle Netz und e.on Avacon (Niedersachsen).

Die Wechselbereitschaft der Kunden ist in den letzten Jahren ständig gestiegen, aber laut VEA sind einige Kunden nur bei beachtlichen Preisunterschieden zu einem Versorgerwechsel bereit. Die meisten Energieversorger verfolgen unterschiedliche Strategien: Altkunden im eigenen Netzbereich erhalten laut VEA sehr häufig ungünstigere Stromlieferangebote als neue Kunden. Angebote für Neukunden werden von den Stromanbietern individuell kalkuliert. Diese Angebote berücksichtigen die wesentlichen Kostenbestandteile Netznutzung (inkl. Messung und Abrechnung), Strombeschaffung, die Kosten für das EEG und für das KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz) sowie die Konzessionsabgabe.

Die VEA veröffentlicht Preisindikationen, wie sie vertragsfreie und wechselbereite Strombezieher im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung ihres Strombedarfs einholen können. Grundlage für die genannten Preise sind Vollstromversorgungsverträge mit Vertragsbeginn 01.01.2011 und einer Laufzeit von zwölf Monaten, die im vierten Quartal 2010 abgeschlossen wurden.

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