Mezzanin ist akutes Problem

Kommende Probleme bei der Anschlussfinanzierung von Standard-Mezzaninkapital werden von Unternehmen noch nicht...

Foto: FotoosVanRobin

…aktiv angefasst. Das ist ein Ergebnis einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PWC), die die Auswirkungen der anstehenden Fälligkeiten der verbrieften Mezzaninfinanzierungen behandelt. PWC hat die Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt. Das Ministerium hat die Studie im Internet veröffentlicht, sie aber nicht mit einer Pressemitteilung oder -konferenz begleitet.

Aus den Interviews der Studie mit den Kapitalgebern ergibt sich, dass diese – anders als ihre Kunden – auf das Thema Anschlussfinanzierung sehr wohl aufmerksam geworden sind. Aber ein „bedeutsamer Anteil an Unternehmen habe noch nicht das notwendige Problembewusstsein gebildet.“ Es gäbe aber keine Anzeichen für ein flächendeckendes Marktversagen hinsichtlich der Bereitstellung von Anschlussfinanzierungen, schätzen PWC-Berater die Lage ein.

Eine Lücke könnte aber hinsichtlich der erforderlichen Anschlussfinanzierungen mit Eigenkapitalcharakter entstehen. Grund dafür, dass Unternehmen keine Anschlussfinanzierung bekommen, sind die strengen Vergabekriterien. Die Unternehmensberater raten recht überraschend zu „Maßnahmen von staatlicher Seite zur Unterstützung des Angebots marktmässig ausgestalteter und bepreister Mezzanin-Instrumente.“

Die Meinungen der Kapitalgeber über die mit Mezzaninkapital finanzierten Unternehmen können wie folgt eingeteilt werden: Rund 35 bis 45 Prozent werden keine Probleme mit der Refinanzierung haben, da sie über ausreichende Liquidität bzw. ein gutes Kreditangebot verfügen. Ein Anteil von 45 bis 55 Prozent weise „noch hinreichend stabile Verhältnisse für eine Anschlussfinanzierung auf.“ Ein Teil dieser Gruppe würde aber wahrscheinlich eigenkapitalwirksame Mittel zur Refinanzierung benötigen. Es sei laut PWC aber nicht sicher, ob alle Unternehmen in dieser Gruppe die notwendigen eigenkapitalwirksamen Möglichkeiten finden würden. Aber für die erfolgreiche Refinanzierung in dieser Gruppe spricht die Aussage vieler Banken, dass sie sich um ihre Kunden kümmern werden – nicht zuletzt, um die bereitgestellten Kredite zu sichern. Rund fünf bis 15 Prozent der Unternehmen werden als so genannte „Problem-Engagements“ mit hohem Insolvenzrisiko angesehen.

Der Wegfall von Standard-Mezzaninfinanzierungen wird die Kapitalkosten für Unternehmen in der nächsten Zeit erhöhen, sagen PWC-Berater voraus. Im deutschen Mittelstand sei zudem ein erheblicher Bedarf an Nachrangkapital vorhanden. Ein Grund dafür sind die geringen Eigenkapitalquoten der Unternehmen.

Die 110 Unternehmen, die sich an der Studie beteiligt haben, erwarten für die nächsten drei Jahre sowohl eine positive Umsatz- wie auch Ertragsentwicklung. Die Firmen nennen Gewinnthesaurierung als wichtigste Finanzierungsquelle. Das Mezzaninkapital spielt aber immer noch eine bedeutende Rolle. Die Finanzierungssituation wird von den Unternehmen entsprechend ihrer Bonitätslage sehr unterschiedlich eingeschätzt.

Die Unternehmen berichten insgesamt von einer intensiveren Prüfung der Kreditwünsche und erhöhten Sicherheitenanforderungen der Banken. Die Firmen erwarten eine weitere Verschärfung dieses Trends. Der zusätzliche Kapitalbedarf – neben der Refinanzierung des Mezzaninkapitals in den nächsten fünf Jahren – werden von 66 Prozent der Unternehmen mit unter 20 Prozent der Bilanzsumme angegeben.

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