Technologie-Nachfrage steigt

Die Bedeutung der Entwicklungs- und Schwellenländer (EL/SL) für die deutsche Wirtschaft ist stark...

… gestiegen. Laut einer KfW-Studie profitieren schon deutsche Unternehmen stark von der guten wirtschaftlichen Entwicklung der EL/SL-Staaten. Denn grundsätzlich kurbelt der Nachkrisen-Aufschwung ín diesen Ländern den globalen technischen Fortschritt an, bei dem Deutschland zurzeit eine Schlüsselrolle spielt. Insbesondere steigt die Nachfrage nach so genannten grünen Technologien. Das kommt der deutschen Industrie zugute.

Die deutschen Exporte in die BRIC-und ASEAN-Länder verdoppelten sich zwischen den Jahren 2003 und 2008. Der Anteil dieser Länder an den deutschen Gesamtexporten stieg auf zwölf Prozent – soviel wie die Exporte nach Frankreich und Belgien zusammen. Besonders deutlich zeigen die Zahlen für die Direktinvestitionen (FDI) die Bedeutung der Entwicklungs- und Schwellenländer für die deutsche Wirtschaft: Zwischen den Jahren 2005 und 2009 stiegen die deutschen FDI in den Ländern um 48 Prozent an – die FDI der EL/SL in Deutschland sogar um 91 Prozent. Fokussiert man die BRIC-Länder allein, so lauten die entsprechenden Zahlen plus 91 Prozent und sogar plus 368 Prozent. Die deutschen FDI nützen den Aufnahmeländern durch den Kapital- und Knowhowtransfer. Umgekehrt profitiert Deutschland, indem die Aufnahmeländer als Absatzmärkte gestärkt werden – und indem die FDI der EL/SL in Deutschland Arbeitsplätze schaffen und sichern.

Insgesamt sind Entwicklungs- und Schwellenländer gut durch die Krise gekommen. Zurzeit treiben sie das globale Wachstum an. Die Ländergruppe wächst schneller als die Gruppe der Industrieländer (IL) und ist somit Wachstumsführer. Seit langem weisen sie ein um drei bis fünf Prozentpunkte höheres Wirtschaftswachstum als die IL auf. Im vergangenen Jahr kehrten sie fast schon wieder zum früheren Wachstumstempo vor der Krise zurück. Der IWF erwartet, dass der Trend zur Wachstumsbeschleunigung auch in den nächsten Jahren anhalten wird.

Der Blick auf einzelne Regionen verdeutlicht teils große Unterschiede zwischen den einzelnen EL/SL-Ländern. Insgesamt lässt sich zwar für alle EL/SL-Länder eine ähnliche Wachstumsdynamik feststellen. Diese findet aber auf unterschiedlichen Niveaus statt: Während im Jahr 2009 die Länder der Ex-UdSSR (GUS) sowie Lateinamerika eine BIP-Schrumpfung erlebten, verzeichneten die anderen Regionen im Durchschnitt positive Wachstumsraten. Für das relativ gute Gesamtergebnis der EL/SL ist Asien verantwortlich. Dort ragen China mit einer Wachstumsrate von 9,1 Prozent und Indien mit 5,7 Prozent heraus.

Die in den G20 vertretenden Emerging Markets wie zum Beispiel China, Indien, Indonesien, Brasilien, Mexiko und Südafrika repräsentieren mittlerweile zwei Drittel der Weltbevölkerung. Sie produzieren 90 Prozent des Welt-BIPs und bestreiten 80 Prozent des Welthandels. China sticht mit seinem robusten Wirtschaftswachstum, seiner Bedeutung als Handelspartner und Investor hervor.

Die Krise hat teilweise bestehende strukturelle Probleme der EL/SL offen gelegt, aber auch neue Herausforderungen für diese Länder mit sich gebracht. KfW-Analysten identifizieren folgende Herausforderungen: Stärkung der Binnennachfrage, Schaffung von geldpolitischer Stabilität, Vermeidung eines Währungskrieges und die Schaffung von guten Rahmenbedingungen für den Finanzsektor.

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