„Unser Vertrieb kennt unser Produkt“

Strähle Raum-Systeme gehört europaweit zu den führenden...

…Herstellern von flexiblen Trennwandsystemen für Büro- und Verwaltungsgebäude. Geschäftsführer Paul Strähle sieht den Erfolg seines Unternehmens vor allem in den familiären Strukturen mit größtmöglicher Transparenz.

Deutsche Mittelstands Nachrichten:
2010 wurde Strähle als Unternehmen mit der größten Vertriebskompetenz ausgezeichnet. Aus welchen Gründen noch – außer dass Ihr Unternehmen mit einer optimalen Vertriebsstruktur erfolgreich geführt wird – könnten die Preisstifter und Architekten Sie an Nummer eins gewählt haben?


Paul Strähle:
Ein entscheidender Punkt ist, dass unsere Vertriebsmitarbeiter eine hohe technische Kompetenz haben. Alles sind Fachleute, die als gelernte Holztechniker oder mit einer anderen technischen Grundausbildung die Architekten gut beraten können. Wir haben unser Produkt natürlich im Blick, beraten aber die Planer auch allgemein was Schnittstellen zu anderen Gewerken, Akustiklösungen und Schall und Brandschutz anbelangt.
Des weiteren sind wir als Fachfirma gerne bereit Sonderlösungen auszuführen, die vom Architekten individuell für ein Projekt entworfen werden.

Woran merken Ihre Mitarbeiter und Kunden, dass Ihr Unternehmen von familiären Strukturen geprägt ist und in eine erfolgsversprechende Zukunft blickt?

Uns sind familiäre Strukturen mit größtmöglicher Transparenz innerhalb des Unternehmens sehr wichtig bei der Unternehmensführung. Wir versuchen außerdem, jedem Mitarbeiter ein Höchstmaß an eigener Verantwortung zu geben und sie in Entscheidungsprozesse immer mit einzubeziehen. Der langfristige Erfolg ist uns wichtiger als der kurzfristige.

Ihr Unternehmen sorgt zurzeit für gute Schlagzeilen. Ich denke da an das Projekt Bank of China in London. Wo möchten Sie in einem Jahr mit Ihren Projekten stehen?

Wir möchten uns im Ausland als Spezialist für Trennwandlösungen weiter etablieren, gerade auch bei Projekten mit hoher architektonischer Anforderung. Wir möchten dies schrittweise tun, so dass wir unsere hohen Standards, was die technische Beratung im Vertrieb und in der Projektleitung betrifft, auch unseren Kunden im Ausland anbieten können.

Wie würde Ihre Konkurrenz Ihre Erfolgsstory der letzten Jahre beschreiben?

Da fällt es mir schwer, etwas zu sagen. Ich denke, dass wir auch unserer Konkurrenz zeigen konnten, dass wir eine Vielzahl an Projekten (und einige waren sehr komplex) so gestalten konnten, dass unsere Kunden mit uns zufrieden sind.

An welches konkretes Projekt denken Sie dabei?


Zum Beispiel unser größtes Projekt im vergangenen Jahr – das neue ThyssenKrupp Quartier in Essen.
 Hier wurden in verschiedenen Gebäuden auf einem neuen Firmen Campus über 7.000 Laufmeter Trennwände verbaut, teilweise mit höchsten Anforderungen an Schall- und Brandschutz sowie die Raumakustik.


Stellen Sie sich vor, Sie könnten den internationalen Markt hinsichtlich der Ressourcen, die Ihr Unternehmen braucht, beeinflussen. An welchen globalen Stellschrauben würden Sie jetzt entschlossen drehen?

Dass die Hauptmaterialien, die wir benötigen wie Stahl, Alu, Glas und Holzwerkstoffe möglichst regional produziert werden mit kurzen Wegen.

Woran merken Sie, das die USA schwächer werden und China stärker?

Wir sind bei beiden Ländern erst im Aufbau von Geschäftsbeziehungen. Obwohl global gesehen China sicher der weit größere Markt der Zukunft sein wird, wollen wir auch in den USA Wege suchen, unsere qualitativ hochwertigen Produkte anbieten zu können.

Wer sind Ihre wichtigsten Handelspartner und wie schaffen Sie es, die Beziehung langfristig erfolgreich zu gestalten?


Unsere Handels- oder wie wir es nennen Systempartner sind Innenausbaubetriebe sowie Büro- und Objekteinrichter, die unsere Systeme in ihren jeweiligen Märkten vertreiben.
 Für uns ist es im Projektgeschäft wichtig, dadurch Kundennähe und kurze Lieferzeiten, auch in Märkten auf denen wir direkt nicht tätig sind, realisieren zu können. Hinzu kommen als Partner unsere Lieferanten. Auch hier ist uns im Projektgeschäft die langfristige Zusammenarbeit sehr wichtig, so dass wir das technische Fachwissen unserer Zulieferer an unsere Kunden weitergeben können. Wir sind uns also der Langfristigkeit der Zusammenarbeit als Grundlage bewusst und versuchen, diese entsprechend zu pflegen.

Mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten werden sie Ihre Arbeit in den nächsten zwölf Monaten verbinden wollen?

Den Exportbereich weiter auszubauen, unsere Produkte im Detail noch weiter zu verbessern und in der Projektabwicklung unsere internen Informationen und Abläufe zu verbessern.

Wie heißen die drei großen Herausforderungen Ihrer Branche?

-Intelligente Gesamtlösungen für den Innenausbau anzubieten
-Hohe Qualität liefern was Beratung, Produkt und die Projektleitung anbelangt
-Kurze Lieferzeiten auch bei komplexen Projekten zu gewährleisten

Können Sie uns schon drei Rezepte für eine erfolgreiche Annahme dieser Herausforderungen skizzieren?

Die Firma organisatorisch einfach halten. Das bedeutet
-wenig Schnittstellen und hohe Eigenverantwortung der Mitarbeiter
-Die Kundenanforderungen immer im Auge zu behalten.
-Diese Kundenanforderungen intern bei Produkt und Firma auch umzusetzen.

Auf welche Technik schwören Sie, wenn es um Datensicherheit geht? Welche Systeme würden Sie auf keinen Fall weiterempfehlen?

Für die interne Datensicherheit haben wir gespiegelte Daten auf externen Servern und auf Bandsicherungen. Des weiteren verwenden wir nur professionelle Software für Virenscanner und eine Firewall, die auf dem neuesten technischen Stand sind. Wir arbeiten hier auch mit einem externen Spezialisten zusammen.

Können Sie sich vorstellen, in den nächsten Jahren im Innovationsbereich zu investieren? Und wenn ja, wo?

Wir investieren sowohl in die Entwicklung neuer Wand-Systeme wie auch in neue Akustiklösungen. Des weiteren investieren wir massiv in den weiteren Ausbau unserer EDV im Bereich der Materialwirtschaft und der elektronischen Auftragsabwicklung.

An welchen Maßnahmen-Paket schnüren Sie, um den zunehmenden Fachkräftemangel zu entgehen?

Wir bemühen uns um guten Kontakt zu Technikerschulen und Fachhochschulen und sind dort als unterstützendes Unternehmen aktiv. Wir bieten außerdem die Möglichkeit für Praktika und Diplomarbeiten.

Was müssten Sie tun, um im nächsten Jahr einen Preis für das beste Nachhaltigkeitskonzept zu gewinnen?

Weiterverwenden ist besser als Wegwerfen. Unser Produkt bietet diese Möglichkeit. Dies noch besser zu kommunizieren an den Kunden und im Umbaubereich unsere Dienstleistungen zu verbessern, ist ein Ziel. Zum zweiten wollen wir unsere Produkte unter Berücksichtigung von Ökobilanzen der verwendeten Komponenten weiter verbessern. Unser Ziel ist es, den CO² Fußabdruck so klein wie möglich zu halten und Stoffe, die als kritisch gelten, möglichst zu vermeiden.

Herr Strähle, vielen Dank für das Gespräch.

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