High-Tech-Gründer zieht es nach Frankfurt

Gründer von High-Tech-Unternehmen bevorzugen...

…Frankfurt am Main als Standort. Die Main-Metropole ist im bundesweiten Vergleich Spitzenreiter. Bei den Regionen ist Oberfranken-Bayreuth auf Platz eins. Das sind zentrale Ergebnisse einer ZEW-Studie. Frankfurt weist eine besonders hohe Gründungsintensität im High-Tech-Sektor auf: Insgesamt kommen hier mehr als vier High-Tech-Gründer auf 10.000 Erwerbsfähige. Auf den weiteren Spitzenplätzen folgen München, Düsseldorf und Hamburg. Die Studie bestätigt, dass in Deutschland vor allem Ballungszentren die wichtigsten Standorte für High-Tech-Firmen sind.

Die ZEW-Wissenschaftler melden einen Rückgang der Gründungsintensität. Im Vergleich zum Zeitraum zwischen den Jahren 2002 und 2005 sind die Gründungen in vielen Regionen zwischen den Jahren 2006 und 2009 um fünf bis 20 Prozent zurückgegangen. So liegt die Anzahl der High-Tech-Gründungen mit 14.000 Start-ups auf einem der niedrigsten Niveaus seit Mitte der 90er Jahre.

Bei Gründungen im High-Tech-Sektor spielen bestimmte Angebote des regionalen Umfelds entscheidende Rollen: Dazu gehören eine gute Wissensinfrastruktur mit Universitäten, Fachhochschulen sowie Studierenden in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften, die Nähe zu zahlreichen Kunden sowie eine gute Kommunikationsinfrastruktur. Diese Punkte können Ballungsräume besser anbieten als Standorte in der Provinz. Gutes Beispiel dafür ist die regionale Verbreitung von Breitbandangeboten. Sie hat einen nachweisbaren Effekt auf die Gründungstätigkeit im High-Tech-Bereich – vor allem bei technologieorientierten Dienstleistern und in der Software-Branche.

Im Jahr 2009 wurden in Deutschland 205.000 Unternehmen mit größerer wirtschaftlicher Aktivität gegründet. Auf den High-Tech-Sektor entfielen 14.000 Gründungen. Dabei variierte die Gründungstätigkeit stark zwischen den Regionen:

Aufsteiger
Die Region Oberfranken-Bayreuth hat in den vergangenen vier Jahren den größten Zuwachs an High-Tech-Gründern verzeichnet. Ebenfalls positive Entwicklungen registrierten Frankfurt, Düsseldorf und Dortmund.

Mittelfeld
In München und Oberbayern sowie Darmstadt-Rhein-Main-Neckar stagniert die Gründungsintensität auf einem hohen Niveau, auch wenn recht kräftige Rückgänge registriert wurden: Veränderung bei der Gründungsintensität in München und Oberbayern: minus 13 Prozent; in Darmstadt-Rhein-Main-Neckar: Veränderung minus 24 Prozent.

Die Verlierer
Mecklenburg-Vorpommern und Mitteldeutschland fallen bei High-Tech-Gründungen insgesamt weiter zurück. Der Rückgang der Gründungsintensität ist stark ausgeprägt. Veränderung der Gründungsintensität im Zeitraum zwischen den Jahren 2006 und 2009 gegenüber dem Zeitraum zwischen den Jahren 2002 und 2005: Rostock minus 26 Prozent, Neubrandenburg minus 25 Prozent, Südthüringen minus 33 Prozent, Halle-Dessau minus 21 Prozent, Magdeburg minus 20 Prozent, Leipzig minus 23 Prozent.

Viele IT-Firmen fordern gezieltere Investitionen in die IT-Clusterförderung. Gelder sollten nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden. So stehe auch hinter dem Erfolg des Standortes München eine gezielte Clusterförderung, meint Carsten Rudolph, Geschäftsführer des Münchner Business Plan Wettbewerbs. Basis sei hier eine exzellente Hochschul- und Forschungslandschaft, eine gute Infrastruktur, zahlreiche qualifizierte Mitarbeiter und eine gezielte Förderung in allen Phasen des Start-up-Lebens.

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