Elektromedizin stark nachgefragt

Für den exportabhängigen deutschen Mittelstand hat...

Foto: Adrian Clark

… Germany Trade & Invest (gtai) Anfang dieses Jahres die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Westeuropa unter die Lupe genommen. Ziel war es, konkrete Geschäftschancen aufzudecken:

In Frankreichs tendiert die Branche zur industriellen und professionellen Elektronik und weniger zur Autoelektronik und Massenprodukten. Für Optimismus sorgen Neuentwicklungen in Sparten wie Messtechnik, Optik & Photonik, Bild- und Hochfrequenztechnik und Funkkommunikation.

In den Niederlanden erkennen die gtai-Experten, dass für deutsche Lieferanten noch „viel Luft nach oben“ sei – vor allem in den Sparten Elektronik, hochinnovative Medizintechnik (Elektromedizin), Messtechnik für Labore, Technologien der Energieeffizienz, Robotik und die klassische Energieerzeugung und -verteilung. In Belgien geben private Konsumenten ihre Zurückhaltung bei Anschaffungen schneller auf als erwartet. Gewerbliche Kunden investieren wieder verstärkt. In Luxemburg zogen die deutschen Lieferungen an. Die Aussichten für das Jahr 2011 und 2012 sind gut, aber wegen des kleinen Marktes und weniger Akteuren wird mit starken Schwankungen gerechnet.

In Italien wird das starke Wachstum der Branche von den Einfuhrsteigerungen, die für Elektronik bei 25,5 Prozent und für Elektrotechnik bei 22,5 Prozent liegen, noch übertroffen.

In Österreich eröffnen sich Lieferchancen in der Elektromedizintechnik, bei elektronischen Komponenten oder bei neuesten Aggregaten für elektrische Antriebe und elektrische Energiespeicher. Ein Vertrieb mit lokalen Distributoren in die Märkte Osteuropas bietet sich ebenfalls an. Die Gesundung der Elektrobranche in der Schweiz beflügelt die Einfuhr von Elektrotechnik und elektronischen Bauelementen. Die Konsumelektronik verbuchte ein Plus von acht Prozent.

In Spanien ist ein leichter Aufschwung in Sicht. Von Verbänden werden verstärkt KMU-Exportinitiativen – unter anderem für die Maghreb-Region – durchgeführt. In den Jahren 2011 und 2012 wird es aber weniger Ausschreibungen geben. In Portugal werden neue Impulse von der Kfz-Fertigung, der Förderung der Elektromobilität und aufgrund des Investitionsbedarfs von exportorientierten Unternehmen erwartet.

In Schweden erwarten Experten eine stagnierende Umsatzentwicklung – unter anderem aufgrund einer Werksschließung des Telekommunikationsausrüsters Ericsson. Besser läuft es bei Energie- und elektromedizinische Ausrüstungen. In Dänemark werden die Importe von elektrischen Maschinen und Geräten sowie Zubehör steigen. In Finnland werden dagegen mäßige Zuwächse wegen bescheidenen Auftragseingängen erwartet. In Norwegen setzt sich der Aufwärtstrend der Branche fort. Manager erwarten steigende Auftragseingänge und Zuwächse beim Umsatz, der Kapazitätsauslastung und dem Auftragseingang.

In der Türkei erkennen Experten Wachstumschancen bei den Herstellern von Beleuchtungstechnik. Für das Jahr 2010 erwartete die Branche einen Zuwachs von 15 Prozent.

In Griechenland lässt die Verunsicherung der griechischen Verbraucher angesichts der tiefen Rezession keinen Raum für optimistische Schätzungen.

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