Sorge um steigende Rohstoffpreise

Vor allem die steigenden Rohstoffpreise bereiten den Mittelständlern...

…Kopfzerbrechen. Rund 66 Prozent der Befragten sehen in den Preissteigerungen auf dem Rohstoffmarkt eine Gefahr für das eigene Unternehmen. Bei den Industrieunternehmen liegt der Anteil sogar bei 82 Prozent. Kein anderes Thema bereitet derzeit so große Sorgen. Erst danach kommen die steigenden Preise für Energie (64 Prozent), die Staatsverschuldung (55 Prozent) und die drohende Inflation (39 Prozent). Das sind Hauptergebnisse des „Mittelstandsbarometers 2011“ von Ernst & Young.

Auf Preissteigerungen von Rohmaterialien und Vorprodukte können Unternehmen kaum aus eigener Kraft reagieren und sie nur in sehr begrenztem Umfang an ihre Kunden weitergeben, analysieren Ernst & Young-Experten. Das Ergebnis sind sinkende Margen oder rote Zahlen trotz derzeit guter Auslastung und voller Auftragsbücher. Die Berater erwarten, dass der „ganz große Preisschub“ noch komme. Die wachsende Nachfrage aus China, Indien und anderen Schwellenländern sowie die langsame Konjunkturerholung in den Industrieländern werde dazu führen, dass sich die Preisspirale weiter drehe. Deutschlands Mittelständler würden sich an extreme Preissprünge gewöhnen müssen. Sie müssten Wege finden, sich dagegen abzusichern.

Weitere Sorgen der Mittelständler:
Immer öfter berichten Unternehmer, dass sie nicht genug neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter finden. Drei von vier mittelständischen Unternehmen haben hier Schwierigkeiten. Jeder zweite Mittelständler fürchtet Umsatzeinbußen aufgrund des Mangels an Top-Fachkräften. Zusammengerechnet drohen dem Mittelstand Umsatzeinbußen von 30 Milliarden Euro jährlich, so das Umfrageergebnis.

Nur noch sechs Prozent der Unternehmen wollen im kommenden Halbjahr die Zahl der Beschäftigten reduzieren. Der Anteil der Unternehmen, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen, liegt inzwischen bei 27 Prozent. Das bedeutet einen deutlichen Anstieg der Beschäftigtenzahl, der stärker ausfällt, als im Boomjahr 2007. Besonders im Norden und der Mitte Deutschlands wollen Mittelständler in den kommenden Monaten verstärkt Personal einstellen: In Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen sollen die Belegschaften am stärksten wachsen. Auch in Baden-Württemberg und Bayern wollen überdurchschnittlich viele Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Im Osten Deutschlands fällt der Zuwachs schwächer aus.

Die Aussichten sind trüb: Die Lage auf dem Mark für Fachkräfte wird sich weiter verschärfen. Die Mehrheit der deutschen Mittelständler erwartet, dass es in den kommenden drei Jahren noch schwieriger wird, geeignete Fach- und Führungskräfte zu finden. Der aktuelle Mangel sei laut Ernst & Young aber nur ein „kleiner Vorgeschmack“ auf das, was in den nächsten zehn Jahren auf die Unternehmen zukomme. Sie könnten aber mit innerbetrieblicher Weiterbildung, Kooperationen mit Hochschulen oder anderen Mittelständlern, flexiblen Arbeitszeiten, Stärkung der Attraktivität als Arbeitgeber zum Beispiel durch die Einrichtung eines Betriebskindergartens oder durch verstärkte Einstellung von älteren Fachkräfte gegensteuern. Und rund 45 Prozent der befragten Unternehmer geben an, dass eine mangelnde Toleranz aufseiten der Unternehmen gegenüber fremden Religionen und Kulturen dazu führe, dass erhebliche Potenziale nicht genutzt werden.

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