Mehr Transaktionen, aber Weg ist beschwerlich

Deutsche Gewerbe-Immobilien sind begehrte Investments. Allerdings nicht überall. Eine Analyse.

Foto: propertysnaps

Die besten Zeiten liegen schon eine Weile zurück – und auch wenn es im Immobiliensektor aufwärts geht: Von den Spitzenwerten bei den Transaktionsvolumina aus dem Jahr 2007 sind wir noch weit entfernt.

Das Ernst & Young Real Estate Trend Barometer spiegelt die allgemeine gute Stimmung wider, was die Erwartungen für 2011 anlangt. Mehr größere Transaktionen stehen ins Haus, wenngleich man keinen Boom erwarten kann. Erreichte das Volumen der Transaktionen von deutschen Immobilien vor drei Jahren ein Niveau von 65,3 Milliarden Euro, erwarten die Experten für das laufende Jahr circa 25 Milliarden. Das ist allerdings eine deutliche Steigerung von den 22 Milliarden aus 2010, und fast eine Verdoppelung gegenüber dem Krisenjahr 2009.

Bei Gewerbeimmobilien öffnet sich die Schere weiter, vor allem, wenn es um die Preise geht: Immobilien in 1a-Lagen werden teurer, während in Randlagen mit einem weiteren Preisverfall gerechnet werden muss.

Investoren aus aller Welt sehen den deutschen Immobilienmarkt sehr positiv: Nach zurückhaltenden Einschätzungen in den vergangenen Jahren dürfte Deutschland in diesem Jahr zu einem begehrten Markt werden. So werden vor allem die Stabilität und die guten politischen Rahmenbedingungen geschätzt. Allerdings: Auch hier richten Investoren ihre Blicke vor allem auf hochwertige Immobilie und folgen laut Ernst & Young dem Prinzip „Echte Qualität wird wieder besser bezahlt“. Vor allem gegenüber anderen europäischen Ländern schneidet Deutschland hier besonders gut ab.

Auf der Käuferseite zeichnen sich einige Trends ab: Eigenkapitalstarke Investoren wie Family Offices werden als besonders aktiv erwartet, während der Ruf der offenen Fonds deutlich gelitten hat. Sie werden eher auf der Verkäuferseite gesehen. Ein vermehrtes Auftreten internationaler Investoren gilt als ausgemacht. Von der öffentlichen Hand erwartet man dagegen für 2011 kaum nennenswerte Aktivitäten.

Michael Maier

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