Weltweite Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch

Die weltweite Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau steht im Widerspruch zum...

…steigenden Bedarf an neuen, gut ausgebildeten Arbeitskräften in Deutschland. Rund 205 Millionen Menschen auf der Welt sind arbeitslos, kaum weniger als im Krisenjahr 2009. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hervor, der zum Beginn des Weltwirtschaftsgipfels in Davos veröffentlicht wurde. Die Arbeitslosenrate lag im Jahr 2010 bei 6,2 Prozent. Vor Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007 lag die weltweite Arbeitslosenquote bei 5,6 Prozent. Durch die Wirtschaftskrise stieg die Zahl der Arbeitslosen weltweit um 27,6 Millionen im Vergleich zum Jahr 2007.

Für dieses Jahr prognostiziert die Internationale Arbeitsorganisation, eine Sonderorganisation der UN, eine weltweite Arbeitslosenrate von 6,1 Prozent. Rund 203,3 Millionen Menschen auf der Welt werden ohne Arbeit sein. Die schwache Entwicklung auf den Arbeitsmärkten steht dabei in scharfem Kontrast zu den anderen Indikatoren wie Wirtschaftswachstum, Börsen, Welthandel und privatem Konsum, die sich ihrem jeweiligen Vorkrisenniveau annähern.
Zwar erwarten die ILO-Experten für dieses Jahr ein Weltwirtschaftswachstum in Höhe von 4,2 Prozent, aber die hohe Arbeitslosigkeit kann zur Konjunkturbremse werden.

Folgende Risiken gefährden die künftige konjunkturelle Entwicklung: die schwache Entwicklung auf den Arbeitsmärkten mit ihren negativen Folgen für die Nachfrage, die hohe Verschuldung öffentlicher und privater Haushalte sowie die Probleme auf den Finanzmärkten. Es gäbe laut ILO keine nachhaltige konjunkturelle Erholung ohne eine Erholung auf den Arbeitsmärkten. Die ILO-Autoren des Berichts empfehlen, bei allen Bemühungen zur Haushaltskonsolidierung Maßnahmen zum Erhalt beziehungsweise zur Schaffung von Arbeitsplätzen nicht zu vernachlässigen. Außerdem mahnt die ILO ein Überdenken der Wirtschaftspolitik an. Die Schaffung von guter Arbeit solle zum zentralen Ziel neben Wachstum, niedriger Inflation und ausgeglichenen Haushalten gemacht werden.

In den von der Krise stark betroffenen Industrieländern stieg die durchschnittliche Arbeitslosenrate zwischen den Jahren 2007 und 2010 rasant von 5,8 auf 8,8 Prozent an. Für das Jahr 2011 prognostiziert die ILO eine leichte Erholung. Doch selbst dann dürfte die Arbeitslosenquote noch um die Hälfte über dem Stand vor der Krise liegen. Eine Ausnahme stellt Deutschland dar, wo Kurzarbeit und andere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen einem Anstieg der Arbeitslosigkeit erfolgreich entgegenwirkten.

Rund 1,53 Milliarden Menschen – das sind rund die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Welt – arbeiteten dem ILO-Bericht zufolge im Jahr 2009 unter ungesicherten Bedingungen. Der Anteil der Beschäftigten mit einem Verdienst von umgerechnet 1,25 Dollar pro Tag lag im Jahr 2009 bei 20,7 Prozent. Das entspricht 630 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Rund 40 Millionen mehr Menschen als vor der Krise zählen inzwischen zu diesen „arbeitenden Armen“, so die ILO-Experten. Der Bericht zeigt außerdem, dass die Krise die bereits existierenden Probleme auf den Arbeitsmärkten noch verschärfte. So stieg die Jugendarbeitslosenrate von 11,8 Prozent im Jahr 2007 auf 12,6 Prozent im vergangenen Jahr 2010.

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