Neue EU-Maßnahmen für KMU

Mit der bisherigen Umsetzung der EU-Mittelstands-Initiative Small Business Act (SBA) aus dem Jahr 2008 ist niemand zufrieden - am wenigsten...

…die EU-Kommission selbst. So legten die Kommissare nach einer Überprüfung des SBA einen Maßnahmenplan vor, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besser zu unterstützen.

Neu ist, dass KMU in Zukunft einen vereinfachten Zugang zu Krediten, Kreditbürgschaften und Wagniskapital erhalten sollen. Zudem wirbt die Kommission für eine gemeinsame konsolidierte Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlage, eine neue Mehrwertsteuer-Strategie und eine Überarbeitung des europäischen Normungswesens.

Ein „KMU-Test“ soll bei Gesetzen auf nationaler Ebene dafür sorgen, dass die Folgen der Gesetze für KMU berücksichtigt werden, um sie vor unnötig hohem Aufwand zu schützen. Deutschland hat einen vergleichbaren Test bereits.

Die Kommission will jetzt KMU durch einfachere Rechnungslegungs-Standards für GmbHs entlasten. Sie wird Vorschläge für ein europäisches Vertragsrecht vorlegen, mit dem KMU leichter und rechtssicher in der ganzen EU aktiv sein können.

Die Überprüfung des SBA hat gezeigt, dass für die KMU-Förderung mehr getan werden muss, sagten Vertreter von EU-Behörden. Der verantwortliche EU-Unternehmenskommissar Antonio Tajani: „Die Mitgliedsstaaten müssen rasch handeln, damit eine vollständige Umsetzung des Small Business Act gewährleistet ist.“

Im Rahmen des SBA wurden zwischen den Jahren 2008 und 2010 Maßnahmen eingeleitet, mit denen der Verwaltungsaufwand KMU verringert werden und der Zugang zu Finanzierungsquellen und neuen Märkten erleichtert werden sollte.

In Deutschland wurden im Rahmen des Dritten Mittelstandsentlastungsgesetzes 23 Maßnahmen beschlossen, um den Verwaltungsaufwand für KMU zu senken. Ein weiteres Beispiel für eine deutsche Maßnahme ist die Etablierung des Kredit-Ombudsmann für KMU.

Zur Förderung des Unternehmergeistes hat Deutschland Initiativen gestartet, darunter die Aktion „Unternehmergeist in die Schulen“, die „Gründerwoche Deutschland“ und der Hochschulwettbewerb „Die Gründerhochschule“. Zur Förderung der Energieeffizienz hat Deutschland den „Sonderfonds Energieeffizienz in KMU“ geschaffen, der bis zu 80 Prozent der Kosten für eine professionelle Energieeffizienzberatung finanziert und zinsgünstige Kredite für Energiesparmaßnahmen bereit stellt.

Nur bei der Vereinfachung der Insolvenzverfahren glänzt Deutschland nicht. Bericht der EU-Kommission: „Nur fünf Mitgliedsstaaten – Belgien, Finnland, Irland, Spanien und das Vereinigte Königreich – halten sich an die Empfehlung, alle rechtlichen Verfahren zur Abwicklung eines Unternehmens im Falle einer nicht betrügerischen Insolvenz binnen einem Jahr abzuschließen.“

Seit Juni des Jahres 2008 wurden im Rahmen des SBA unter anderem folgende Initiativen verfolgt: Finanzierungsinstrumente des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, Verschärfung der Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug – öffentliche Stellen müssen Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern nun innerhalb von 30 Tagen begleichen, Start eines EU-KMU-Zentrums in China und die Verringerung des Zeit- und Kostenaufwands bei Gründungen. So verringerte sich der durchschnittliche Aufwand für eine GmbH-Gründung von zwölf Tagen und 485 Euro im Jahr 2007 auf sieben Tage und 399 Euro im Jahr 2010.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.