Erfolg mit Nachhaltigkeit

Zulieferer müssen sich fortschrittlicher ausgerichteten Konzernen anpassen, um zu überleben.

Foto: Frank Black Noir

Nachhaltigkeit entwickelt sich zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Schon rund 17 Prozent der Konzerne wählen ihre Zulieferer nach CO2-Kriterien aus. Dies geht aus dem „Supply Chain Report 2011“ der Non-Profit-Organisation Carbon Disclosure Project (CDP) und der Unternehmensberatung A.T. Kearney hervor. Wissenschaftler werteten hierfür klimarelevante Daten von weltweit führenden Konzernen und mehr als 1.000 Zulieferunternehmen aus. Demzufolge kann sich mehr als jedes zweite Unternehmen vorstellen, Lieferanten, die nicht nachhaltig wirtschaften, in den nächsten fünf Jahre auszulisten. Die Konzerne schreiten ambitionierter als ihre Lieferanten in Richtung Nachhaltigkeit.

Mehr als die Hälfte aller Konzerne und ein Viertel aller Zulieferer verzeichnen durch nachhaltige Lieferketten weitreichende Kosteneinsparungen. Die damit wachsende strategische Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit hat im vergangenen Jahr geradezu einen Dominoeffekt innerhalb der Lieferketten der globalen Konzerne ausgelöst. So bieten bereits 41 Prozent der Unternehmen entsprechende Schulungen für ihre Mitarbeiter an, wenn sie Vorschläge zur CO2-Reduktion in der Lieferkette machen. Diese werden in 25 Prozent der Unternehmen sogar besonders honoriert.

Rund 86 Prozent der Firmen sehen weitreichende Wettbewerbsvorteile durch die enge Zusammenarbeit mit Zulieferern – allen voran ein verbesserter Return on Investment. Im Jahr 2009 waren dies lediglich 46 Prozent.

Von den Zulieferern verfolgen nur ein Drittel eigene CO2-Minderungsziele – immerhin ein weiteres Fünftel entwickelt sie gerade. Aber auch die Lieferanten, die bereits über eigene Klimaschutzziele verfügen, sind – gemessen an den Vorgaben des Weltklimarates (IPCC) – nicht fortschrittlich genug. Sie streben eine durchschnittliche CO2-Minderung von nur 3,5 Prozent im Jahr an. Nach Berechnungen des IPCC müssen die globalen Emissionen jährlich um 3,9 Prozent sinken, um die gefährlichsten Folgen der Erderwärmung zu vermeiden.

Durch Nachhaltigkeit haben sich die Mitarbeitermotivation und die Möglichkeiten des Brand Managements bei mehr als der Hälfte der Unternehmen erhöht. Für 60 Prozent der Unternehmen ist in diesem Zusammenhang Produktdifferenzierung ein wichtiges Ziel.

Die Qualität und Konsistenz der Reporting-Prozesse in Bezug auf den CO2-Ausstoß entlang der Lieferkette stehen vor erheblichen Herausforderungen. Nach und nach etablieren die Unternehmen standardisierte CO2-Scorecards zur Optimierung ihrer Lieferketten. So hat sich der Anteil der Unternehmen (45 Prozent), die ihre Supply Chain-Emissionen tracken und reporten mehr als verdoppelt. Rund 72 Prozent der weltweiten Konzerne lassen ihre Daten sogar extern überprüfen, während dies bei nur 39 Prozent der Lieferanten der Fall ist – vornehmlich aufgrund der hohen Kosten. Berater empfehlen den Zulieferern eine Änderung der Nachhaltigkeitsstrategie.

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