Bank of Japan schießt Milliarden in Wirtschaft

Mit Geldspritzen in Milliardenhöhe will die japanische Notenbank die wirtschaftlichen Folgen der Erdbebenkatastrophe abfedern.

Mit Geldspritzen in Milliardenhöhe will die japanische Notenbank die wirtschaftlichen Folgen der Erdbebenkatastrophe abfedern.

Ihr Programm zum Aufkauf von Wertpapieren werde um fünf Billionen Yen (rund 44 Milliarden Euro) ausgebaut, teilte die Bank of Japan am Montag kurz vor Handelsschluss in Tokio mit. „Die Produktion wird wahrscheinlich für einige Zeit schrumpfen“, begründete die Zentralbank ihren Schritt. „Wir sind auch besorgt, dass sich die Stimmung in der Geschäftswelt und bei Verbrauchern verschlechtern könnte.“ Finanzminister Yoshihiko Noda begrüßte die „angemessene und rasche Entscheidung“.

Die Bank of Japan behält auch deshalb ihre Nullzinspolitik bei. Geschäftsbanken können sich bei ihr weiter zu einem Leitzins von 0,0 bis 0,1 Prozent mit Geld eindecken. Die Notenbank kündigte außerdem an, die Rekordsumme von umgerechnet etwa 132 Milliarden Euro für das Finanzsystem zur Verfügung zu stellen. „Dieser Schritt zielt darauf ab, die Finanzmärkte zu stabilisieren“, sagte ein Notenbanker zu Reuters.

Der Ratingagentur Moody’s zufolge gibt es keine größeren Störungen im Zahlungssystem. Allerdings sei der ökonomische Schaden durch die Katastrophe größer als zunächst erwartet. „Die wirtschaftlichen Folgen scheinen größer zu sein als wir noch am Freitag angenommen hatten“, sagte Moody’s-Experte Tom Byrne zu Reuters Insider TV.

Der Nordosten Japans ist am Freitag vom schwersten Erdbeben in der Geschichte des Landes erschüttert worden und anschließend von einem Tsunami überrollt worden. Dabei sind auch mehrere Atomkraftwerke schwer beschädigt worden.

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