Katastrophe wird Aufschwung nicht belasten

Nur 1,5 Prozent der deutschen Exporte gehen nach Japan. So tragisch die Katastrophe für Japan auch ist, sie dürfte die Erholung der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft nicht stoppen, so die Wirtchaftsexperten der Commerzbank.

Commerzbank-Analysten versuchen Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den wirtschafltichen folgen der Katatstrophe in Japan zu geben. Die Volkswirte der Bank rechnen angesichts des geringen Anteils Japan an den deutschen Exporten nicht mir bedeutenden Effekten, die die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht stoppen dürften.

Laut den Experten der Commerzbank traf die Naturkatastrophe vor allem das Küstengebiet der Region Tohoku im Norden der Hauptinsel Honshu. Die direkt betroffenen Präfekturen haben einen Anteil von rund 6,5 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Leistung Japans. Die vorübergehende Schließung von Fabriken und Erdölraffinerien und insbesondere das Abschalten von Atomkraftwerken haben gravierende landesweite Folgen.

Es kommt zu ständigen Stromausfällen, mit Auswirkungen auf die Industrieproduktion. Besonders schwerwiegend wären Produktionsausfälle im Großraum Tokio, der fast ein Fünftel zum japanischen Bruttoinlandsprodukt beiträgt. Die Ausfälle werden die Wirtschaft im ersten Halbjahr merklich belasten. Ab der zweiten Jahreshälfte dürften die Reparaturarbeiten und zunehmende Bauinvestitionen für ein höheres Wachstum sorgen, die Experten der Commerzbank.

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, sein Anteil am Welthandel beträgt fünf Prozent. 1,5 Prozent der deutschen Exporte gehen nach Japan. So tragisch die Katastrophe für Japan auch ist, sie dürfte die Erholung der Weltwirtschaft und der deutschen Wirtschaft nicht stoppen, so die Wirtchaftsexperten der Bank.

Staatsverschuldung in Japan

Das Beben dürfte gravierende Folgen für die ohnehin hohe Staatsverschuldung Japans haben. Denn die Regierung wird die Aufbauarbeiten unterstützen und die Neuverschuldung nochmals ausweiten. Das bisherige Ziel, die Nettokreditaufnahme auf knapp 9,5 Prozent des nominalen Bruttoinlandsprodukts zu begrenzen, schien ohnehin ehrgeizig. Die überfällige Konsolidierung der öffentlichen Finanzen wird damit in die fernere Zukunft verschoben. Die Schulden des Staates in Höhe von aktuell rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden dadurch stärker zulegen als erwartet.

Bisher konnte die Regierung die Schulden überwiegend in der eigenen, heimischen Währung finanzieren. Lediglich etwa 5 Prozent liegen in der Hand ausländischer Investoren. Früher als bisher erwartet wird die Regierung nun wohl die Verschuldung im Ausland ausweiten müssen. Aber gemessen am Umfang der Auslandsverschuldung der EWU-Krisenländer startet Japan von einem geringen Niveau. Zudem ist Japan Nettoauslandsgläubiger und verfügt über die zweitgrößten Devisenreserven der Welt.

Auswirkungen auf Versicherer

Die Risikoexperten von AIR Worldwide haben eine vorläufige Schätzung der versicherten Schäden des Erdbebens in Japan abgegeben. Demnach dürften sie sich auf 15 Mrd bis 35 Mrd Dollar belaufen, ohne Forderungen wegen des Tsunamis. Munich Re erwartet keine wesentlichen Forderungen aus den nuklearen Vorfällen, da solche Schäden in den Verträgen ausgeschlossen seien. Zudem würden die Schäden aus dem Privatkundengeschäft überwiegend durch japanische Erstversicherer und den japanischen Staat abgedeckt. Munich Re hat erklärt, die von dem Unternehmen abgedeckten potenziellen Schäden beliefen sich im ungünstigsten Fall auf bis zu 2 Mrd Euro.

Die Allianz Versicherung könnte über ihre internationalen Geschäftszweige wie den global tätigen Rückversicherer AGCS, Euler Hermes und Mondial Assistance Risiken in Japan ausgesetzt sein. Wir glauben aber, dass Allianz die Risiken aus dem Japan-Engagment angesichts der Erträge der gesamten Gruppe verkraften kann.

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