Elektromobiltät bietet Chancen zur Marktführerschaft

Nachfrage nach Embedded Systems durch wachsende Elektromobilität sorgt für mehr Jobs.

Über die Hälfte der Wertschöpfung der Automobilhersteller wird in Zukunft über Produkte und Dienstleistungen rund um die Elektromobilität erreicht werden. Die Nachfrage nach elektrischen Bauteilen wird deutlich zunehmen. Durch die intelligenten IT-Teile (Embedded Systems) in Fahrzeugen werden bis zum Jahr 2025 in Deutschland 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Autohersteller müssen jetzt einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu diesen neuen Technologien finden. Dazu sind klare Standards und industrieübergreifende Kooperationen notwendig. Hier liegt eine Großchance für deutsche IT-Unternehmen, so die Hauptergebnisse einer A.T. Kearney-Studie.

Deutsche IT-Unternehmen könnten frühzeitig eine weltweit führende Rolle für Embedded Systems einnehmen, indem sie ihren Vorteil der Nähe zu den deutschen Autobauern ausspielen. Dabei seien drei Punkte wichtig: erstens die Fokussierung auf den Kundennutzen, der dem Kunden leicht verständlich vermittelt werden muss, zweitens die Zusammenarbeit von Unternehmen zur Erschließung neuer Anwendungsfelder, die für den Endkunden bezahlbar sind sowie die Entwicklung branchenübergreifender Geschäftsmodelle und drittens der Ausbau eines praxisorientierten Ausbildungangebotes, das über das klassische Ingenieurs- oder Informatikstudium hinausgeht.

Laut A.T.-Kearney-Experten wird zum Beispiel bei Fahrassistenzsystemen ein großer Teil der Wertschöpfung durch Embedded Systems erreicht. Schon heute machen Embedded Systems in der Automobilindustrie oder im Bereich Consumer Electronics rund 50 Prozent der Wertschöpfungskosten aus. Neue Funktionen wie zum Beispiel intelligentes Batteriemanagement oder die Berechnung der Ladezyklen (Smart Metering) werden eine zusätzliche Nachfrage nach Elektronik und Software für Automobile schaffen.

Die Automobilzulieferindustrie erwartet für das Jahr 2011 eine gute Geschäftsentwicklung, so weitere A.T. Kearney-Ergebnisse. Allerdings rechnen die Firmen mit einem schwächeren Wachstum. Rund 86 Prozent erwarten für ihr globales Geschäft eine Umsatzsteigerung. Über 60 Prozent gehen dabei sogar von Steigerungen von mehr als zehn Prozent aus. Knapp ein Viertel erwartet sogar ein Wachstum von mehr als 20 Prozent. Die Hauptgründe für die gute Entwicklung sind die starke Nachfrage in China und anderen Wachstumsregionen sowie die Erholung des US-amerikanischen Marktes. A.T. Kearney-Experten beobachten, dass die guten Ergebnisse durch Anstrengungen in der gesamten Lieferkette verwirklicht werden.

Eine der Hauptschwierigkeiten sehen die Zulieferer in den wachsenden Preisen der Rohmaterialien. Die Einkaufspreise steigen. Und der Preisdruck der Abnehmer wächst. Zudem bezeichnen die Unternehmen den Zugang zu Kapital als eine der großen Herausforderungen für das Jahr 2011. Es muss weiterhin Vertrauen bei Banken und Investoren aufgebaut werden.

Nur ein Viertel der Befragten sieht die Branche der Zulieferer langfristig auf einem guten Weg. Über 90 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Automobilindustrie auch nach erfolgreicher Überwindung der Krise weiterhin große strukturelle Probleme hat. Die Mehrheit geht zwar davon aus, dass die Industrie mittel- bis langfristig vor allem aufgrund des starken Wachstums in den Wachstumsregionen aufblühen wird. Aber 45 Prozent sehen schon in den nächsten fünf Jahren eine weitere Krise auf die Industrie zukommen.

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