Windenergie trägt Energiewende

Das Sondergutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) präsentiert verschiedene Szenarien, um im Jahr 2050 den gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen decken zu können.

Eine ausschließlich auf regenerativen Energiequellen basierende Stromversorgung ist bis zum Jahr 2050 möglich. Das geht auch unter Beachtung strenger Anforderungen des Naturschutzes und bei Vermeidung von anderen Nutzungskonflikten. So lautet die wichtigste Aussage des Sondergutachtens des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU). Das Gutachten zeigt acht unterschiedliche Szenarien einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung auf.

Die Szenarien reichen von einer vollständigen Selbstversorgung Deutschlands ohne jeden Austausch von Energien mit anderen Ländern bis zur Möglichkeit des Stromaustausches mit 35 weiteren Ländern in Europa und Nordafrika. Dabei wird ein maximaler Nettoimport von 15 Prozent der nationalen Stromerzeugung angenommen.

Offshore, Windenergie, Solarenergie, Biomasse, Effizienz, Pumpspeicherkraftwerk

Für das Jahr 2050 wurde in den verschiedenen Szenarien ein möglichst kostengünstiges Portfolio aus erneuerbaren Energien berechnet. Auf der Basis dieser Kostenoptimierung ergibt sich, dass die Windenergie, insbesondere die Offshore-Windenergie, bis zum Jahr 2050 in allen Szenarien eine herausragende Bedeutung erhalten wird. Die Solarenergie kommt in den verschiedenen Szenarien unterschiedlich stark zum Einsatz. Das hängt von der Stromnachfrage und der Höhe der Importe ab. Der Anteil der Biomasse an der Stromerzeugung steigt in den Verbundszenarien vor allem wegen möglicher Landnutzungskonflikte und relativ hoher Kosten nicht über sieben Prozent.

Die Gesamtkosten einer regenerativen Vollversorgung, liegen dabei unter sieben Cent pro Kilowattstunde. In den Kosten sind die Beträge für den internationalen Netzausbau und die Speicher enthalten, Die Kosten sind umso niedriger, je erfolgreicher die Energiespar- und Effizienzpolitik ist und je mehr die Nutzung kostengünstiger Speichertechnologien, insbesondere von Pumpspeicherkraftwerken in Skandinavien oder im Alpenraum gelingt.

Bereits im Mai 2010 hat der SRU unterschiedliche Möglichkeiten einer vollständig erneuerbaren Stromversorgung aufgezeigt. Der Übergang sei laut SRU ohne eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke oder neue Kohlekraftwerke möglich.

Atomkraft, Laufzeitverlängerung, Kohlekraftwerke, Photovoltaik

Das Sondergutachten macht nun Vorschläge zur Weiterentwicklung der politischen, ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen: „Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist ein Erfolgsmodell mit internationaler Strahlkraft. Seine tragenden Säulen, der Vorrang der Einspeisung und die feste Vergütung, sollten weitestgehend erhalten bleiben“, meint die Ökonomin im Rat, Professorin Karin Holm-Müller. Eine europäische Einspeisevergütung, flexible Marktprämien für die Windenergie oder gar ein Verzicht auf die Förderung würden den Erfolg der erneuerbaren Energien gefährden.

Reformbedarf besteht allerdings hinsichtlich der Kosten der Förderung. Deshalb sollte die Förderung der zu schnell wachsenden und vergleichsweise teuren Photovoltaik deutlich reduziert und gedeckelt werden, so der SRU.

Für einen besseren und effizienteren Ausbau der Offshore-Windenergie schlägt der SRU ein staatliches Ausschreibungsmodell vor. Betreiber sollen den Bau und Betrieb von Anlagen zu möglichst niedrigen, aber festen Vergütungssätzen anbieten.

Bei der Biomasse soll vor allem die Nutzung von Reststoffen gefördert werden. Insgesamt sollte das Ziel einer nachhaltigen Stromversorgung durch eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 fest in der deutschen Energiepolitik verankert werden.

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