Fertigungsindustrie: Small is beautiful und der Staat hilft

In der Fertigungsindustrie in Deutschland, der Schweiz und Österreich zeigten sich in der Krise zwei klare Trends. Zum einen gilt: Je kleiner, desto besser. Unternehmen mit bis zu 99 Mitarbeitern haben das Jahr 2010 demnach am besten überstanden, gefolgt von...

In der Fertigungsindustrie in Deutschland, der Schweiz und Österreich zeigten sich in der Krise zwei klare Trends. Zum einen gilt: Je kleiner, desto besser. Unternehmen mit bis zu 99 Mitarbeitern haben das Jahr 2010 demnach am besten überstanden, gefolgt von der darüber liegenden Klasse bis 499 Mitarbeiter. Der größte negative Effekt ist in der Klasse 500 bis 999 Mitarbeiter zu erkennen. Nicht ganz so drastisch, allerdings immer noch spürbar sind die negativen Folgen für gehobenen Mittelstand bis 1.999 Mitarbeiter.

Der zweite Trend: Der Staat hat die Fertigungsindustrie vor dem schlimmsten bewahrt. Während Metallerzeugung- und Metallverarbeitung sowie die Holz- und Möbelindustrie besonders betroffen waren, haben der Fahrzeugbau und in seinem Schlepptau die Gummi- und Kunststoffwaren-Branche massiv von der Abwrackprämie profitiert. Hätte es diese politische Unterstützung nicht gegeben, wären die Folgen für die Fertigungsindustrie gravierend gewesen. Diese Ergebnisse lassen sich aus dem soeben von den Unternehmen itelligence, SAP und techconsult veröffentlichten ,,Business Performance Index (BPI) Fertigungsindustrie Mittelstand D/A/CH“ ableiten.

Die größte Herausforderung nach der Wirtschaftskrise sehen praktisch alle Teilnehmer in der Gewinnung von qualifiziertem Personal. Ebenfalls wichtig: Die Optimierung der Produktionsabläufe sowie eine gewisse Nervosität über Lieferpreise und -sicherheit. Die Flexibilität in der Produktion und die Optimierung der Lagerbestände beschäftigen die Unternehmen dagegen weniger.

Das Matthäus-Prinzip gilt indessen ungebrochen: Die, die schon besitzen, denen wird gegeben – die Top 10-Unternehmen wuchsen in den letzten drei Jahren gegen den Gesamttrend um durchschnittlich drei Prozent.

Der Ländervergleich endet mit einem hauchdünnen Sieg der Schweiz vor Deutschland und Österreich. Allerdings liegen alle drei Länder im internationalen Vergleich im „grünen Bereich“.

Michael Maier

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