Gehalts-Anreize sollen Manager zu mehr Corporate Social Responsibility anhalten

Nur jedes sechste Unternehmen betreibt ein zufriedenstellendes Corporate Social Responsibility (CSR)- Engagement – so die Quintessenz des Jahresberichtes 2010 von oekom research zur globalen Unternehmensverantwortung.

Nur jedes sechste Unternehmen betreibt ein zufriedenstellendes Corporate Social Responsibility (CSR)- Engagement – so die Quintessenz des Jahresberichtes 2010 von oekom research zur globalen Unternehmensverantwortung. Für den Bericht hat oekom research rund 3.100 Unternehmen aus mehr als 45 Branchen und über 50 Staaten bewertet.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen ist von einer nachhaltigen Wirtschaftsweise weit entfernt. Gut ein Viertel der Unternehmen hat aber zumindest die Basis für ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement gelegt.

Immer mehr Unternehmen verändern ihre monetären Anreize für Mitarbeiter in Richtung Langfristigkeit und Nachhaltigkeit. Dazu zählen – als zeitliche Komponente – die Streckung der Auszahlung von variablen Gehaltsbestandteilen über mehrere Jahre und – als inhaltliche Komponente – die Verknüpfung der Boni mit der Erreichung von ESG-Zielen. Diese setzen sich aus ökologischen und sozialen Kriterien sowie Aspekten der guten Unternehmensführung zusammen.

Erstmals hat oekom research auch Unternehmen aus den Emerging Markets bewertet. Einige der Unternehmen brauchen den Vergleich mit Unternehmen aus Industrieländern nicht zu scheuen: Dazu gehören beispielsweise der indische IT-Dienstleister Wipro und der brasilianische Kosmetikhersteller Natura Cosméticos. Sie können auf dem Feld unternehmerische Verantwortung mithalten.

Unternehmen, die im Zuge der Globalisierung mit Zulieferern aus Schwellenländern zusammenarbeiten, sehen sich häufig dem Vorwurf ausgesetzt, bei der Wahl ihrer Partner zu wenig auf international anerkannte Arbeitsstandards zu achten. So verstoßen rund 50 Prozent der Hersteller von Unterhaltungselektronik und Computern selbst oder in der Zulieferkette gegen Arbeitnehmerrechte. Menschenrechtsverletzungen finden bei 40 Prozent der von oekom research bewerteten Unternehmen der Bergbaubranche statt. Kartellrechtsverstöße waren gleich 75 Prozent der Hersteller von Unterhaltungselektronik nachzuweisen.

Auch Korruption und Bestechung auf Unternehmensebene sind in einigen Branchen nach wie vor weit verbreitet. Hier nehmen die Baubranche, die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie, die Hersteller von Unterhaltungselektronik und von Kommunikationsgeräten sowie die Tourismus- und Freizeitindustrie die unrühmlichen vorderen Plätze ein.

Nicht nur bei der Globalisierung der Wertschöpfungsketten, auch bei der Kapitalanlage sind die Emerging Markets einer der wichtigsten Trends, für den sich auch nachhaltigkeitsorientierte Anleger interessieren. oekom research geht davon aus, dass auch durch den Druck nachhaltiger Investoren die Unternehmen in Schwellenländern in den kommenden Jahren verbesserte Nachhaltigkeitsleistungen zeigen werden.

 Insgesamt sind Marktanteil und Volumen nachhaltiger Kapitalanlagen im Jahr 2010 weltweit gestiegen: Aktuell werden rund acht Billionen Euro unter Berücksichtigung sozialer, umwelt- und governancebezogener Kriterien angelegt, davon allein fünf Billionen Euro in Europa. Der überwiegende Anteil dieses Kapitals wird jedoch nach eher weichen Nachhaltigkeitskriterien verwaltet. „Nach dem beeindruckenden Volumenwachstum der vergangenen Jahre geht es nun darum, die nachhaltigen Kapitalanlagen qualitativ weiterzuentwickeln. Nur so lässt sich eines der Hauptanliegen des nachhaltigen Investments erreichen: die Umsteuerung der Unternehmen hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise“, resümiert Bönning.

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