Chinas Börsen bei Neuemissionen vorn

China lässt die US-amerikanischen und europäischen Börsenplätze in der Disziplin Erstemissionen (IPO) weit hinter sich.

An Chinas Börsen gab es im vergangenen Jahr 2010 519 IPOs mit einem Emissionsvolumen von insgesamt fast 98 Milliarden Euro. Damit haben sich sowohl die Anzahl als auch das Volumen der Börsengänge im Reich der Mitte gegenüber 2009 mehr als verdoppelt. An den US-Börsen fielen Gesamterlöse durch IPOs von „nur“ 29,6 Milliarden Euro an, wobei allein knapp 14,8 Milliarden Euro auf das vierte Quartal entfielen. Dies ist vor allem auf die erfolgreiche Rückkehr von General Motors an die Wall Street zurückzuführen.

Hinter den US-amerikanischen Börsen folgen die europäischen Aktienmärkte im Ranking der IPO-Geschäfte. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres wuchs die Zahl der Erstemissionen (IPO) an den europäischen Börsen soweit, dass Börsianer insgesamt von einem halbwegs guten europäischen IPO-Jahr 2010 sprechen. Wirtschaftsexperten werten den Anstieg als Zeichen für Optimismus bei den Geschäftsaussichten im Jahr 2011. Von Oktober bis Ende Dezember 2010 verzeichneten die Aktienmärkte Erstemissionen im Gesamtvolumen von gut zehn Milliarden Euro. Damit waren die Emissionserlöse rund viermal so hoch wie im dritten Quartal. Insgesamt wurden im Jahr 2010 381 Emissionen im Volumen von zusammen 26,3 Milliarden Euro verwirklicht. Im Krisenjahr 2009 gingen lediglich 126 Emissionen mit einem Emissionsvolumen von 7,1 Milliarden Euro an den Start.

IPO, Neuemissionen, China, Erstemissionen, Börse

Die meisten Börsengänge gab es in Europa im vierten Quartal an der Londoner Börse (52), gefolgt von Warschau (40) und Frankfurt (10). Auch gemessen am Emissionsvolumen lag die Finanzmetropole an der Themse mit gut 5,6 Milliarden Euro klar in Führung. Die skandinavischen Märkte profitierten von Erstemissionen einiger großer Gesellschaften. So brachten fünf IPOs an der Osloer Börse einen Gesamterlös von knapp zwei Milliarden Euro, während an der Nasdaq OMX neun Emissionen mit einem Volumen von zusammen knapp 1,3 Milliarden Euro verbucht wurden.

Der deutsche Börsenplatz Frankfurt kam im vierten Quartal auf Emissionserlöse von 286 Millionen Euro (Vorquartal: 377 Millionen Euro) und rangierte damit europaweit auf dem fünften Platz. Im Gesamtjahr 2010 summierte sich das Emissionsvolumen in Frankfurt auf gut 2,4 Milliarden Euro gegenüber mageren 53 Millionen Euro im Jahr 2009.

Das starke Schlussquartal ist für Börsenprofis und Finanzdienstleister Anlass zu Optimismus für weitere gute Erlösen aus Emissionsgeschäften. Die stabile Kursentwicklung an den Aktienmärkten schafft zurzeit ein freundliches Klima für weitere Erstemissionen. Zudem könnte die angespannte Haushaltslage vieler europäischer Staaten mehr Privatisierungen und damit mehr Börsengänge im laufenden Jahr bringen.

Watch Europe, PricewaterhouseCoopers

Im IPO „Watch Europe“ erfasst die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers vierteljährlich sämtliche Neuemissionen an den wichtigsten Börsen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Holland, Irland, Italien, Luxemburg, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Spanien und im Vereinigten Königreich. Umplatzierungen zwischen verschiedenen Marktsegmenten eines Handelsplatzes bleiben ebenso unberücksichtigt wie Emissionen aus einer Mehrzuteilungsoption („Greenshoe“) im Rahmen eines IPO. Die Zahlenangaben im IPO „Watch Europe“ beruhen auf von den Börsen übermittelten Daten.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.