Strahlen-Checks von Schiffen in Vorbereitung

Die ersten möglicherwiese verstrahlen Schiffe werden Mitte April in deutschen Häfen erwartet.

Die Bundesregierung erwartet die ersten eventuell mit Radioaktivität belasteten Schiffe aus Japan Mitte April in Deutschland, so zitieren Nachrichtenagenturen eine Sprecherin des Bundesumweltmministeriums. Man beobachte die Lage genau und sei im Gespräch mit den zuständigen Behörden. Bis dahin solle geklärt werden, wie die Strahlen-Checks aussehen sollen, so die Sprecherin. Unterdessen fordert Hamburg als Stadt mit dem größten deutschen Hafen europaweite Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Schiffen und Containern. Die Hansestadt hat Kontakt zum Bundesamt für Strahlenschutz und anderen Behörden aufgenommen.

Eine Eilverordnung ermöglicht es, dass Behörden Messungen an Flugzeugen durchführen können, um Kontaminationen durch die Atomkatastrophe in Fukushima rechtzeitig festzustellen. In China war ein aus Japan kommendes Schiff mit einer erhöhten Strahlenbelastung aufgefallen. Reedereien erwägen ein großräumiges Umfahren der Unglücksregion, berichten Nachrichtenagenturen.

foodwatch, Umweltinstitut, Lebensmittelsicherheit

Zuvor kritisierten die Verbraucherorganisation foodwatch und das Umweltinstitut München e.V. die Informationspolitik der Bundesregierung über die Lebensmittelsicherheit nach der Reaktorkatastrophe in Japan. So würde Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner seit Tagen auf „verstärkte Kontrollmaßnahmen“ und „spezielle Schutzstandards“ hinweisen. Aber sie informiere die Öffentlichkeit nicht darüber, dass die EU-weit geltenden Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus den betroffenen Regionen Japans am vergangenen Wochenende deutlich erhöht wurden. War bisher eine kumulierte Radioaktivität von Cäsium-134 und Cäsium-137 von maximal 600 Becquerel/Kilogramm zulässig, traten am vergangenen Wochenende bis zu 20-fach höhere Obergrenzen von bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm für bestimmte Produkte aus Japan in Kraft.

Radioaktivität, Strahlen-Checks, Grenzwert

Zurzeit gäbe es laut foodwatch und dem Umweltinstitut in Europa keinen Anlass zur Sorge über hochbelastete Produkte aus Japan im Handel – dies rechtfertigte jedoch nicht die lückenhafte Informationspolitik der Bundesregierung noch die Heraufsetzung der Grenzwerte. Beide Organisationen sprachen sich dafür aus, einen kompletten Importstopp zu verhängen.

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