Familienunternehmen trauen Kapitalmarkt noch nicht

Um mehr Unabhängigkeit von Banken zu erreichen und Wachstum zu finanzieren, wird der Kapitalmarkt für Familienunternehmen attraktiver - doch die Familienunternehmer haben sehr spezielle Ansprüche.

Zwar stehen Familienunternehmen dem Kapitalmarkt skeptisch gegenüber. Aber er wird als Alternative in der Unternehmensfinanzierung attraktiver. Gründe dafür sind, dass die traditionellen Bankkredite entweder nicht verfügbar oder zu teuer sind. Denn Kreditnehmer müssen sich nach der Finanzkrise und Basel III mit den höheren Risikoprämien und den strengeren Eigenkapitalvorschriften der Banken auseinandersetzen Auch die Frage der Anschlussfinanzierung der finanziellen Mittel, die viele Unternehmen in den Jahren 2004 bis 2008 über Mezzanine-Programme aufgenommen haben – insgesamt knapp 5 Mrd. Euro – und die nun sukzessive auslaufen, beschäftigt Familienunternehmen und Investoren.

Wenn sich Familienunternehmen für Finanzierungen über den Kapitalmarkt entscheiden, geben die meisten Familienunternehmen Wachstum als Grund an. Meistens wollen die Firmen über Investitionen oder über Akquisitionen Wachstum erreichen. Aber auch Überlegungen, bestehende Finanzierungsinstrumente zu substituieren bzw. die Finanzierungsquellen grundsätzlich zu diversifizieren und eine größere Unabhängigkeit von Banken zu erreichen, spielen eine Rolle.

Familienunternehmen, Kapitalmarkt, Basel III, Eigenkapital, Mezzanine

Allerdings sind die Anforderungen der Familienunternehmen sehr speziell. Das zeigen Ergebnisse einer Studie des Center for Entrepreneurial of Financial Studies (CEFS) der TU München zeigt. Die Untersuchung wurde von der Stiftung Familienunternehmen und vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC bei den Wissenschaftlern in Auftrag gegeben haben.

Die Studie beruht auf 41 Interviews mit Kapitalmarktexperten und Vertretern von Familienunternehmen. Bei den Familienunternehmen waren es große Unternehmen, die im Durchschnitt eine Bilanzsumme von vier Milliarden Euro (Median 1,3 Mrd. Euro) und fünf Milliarden Umsatzerlöse (Median 1,6 Mrd. Euro) aufweisen und im Schnitt über 21.000 Mitarbeiter (Median 7.100) verfügen.

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