Strengere Strahlengrenzwerte gefordet

Unternehmer und Verbraucher sind verunsichert, weil die EU Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan vor ein paar Tagen heraufgesetzt hat. Jetzt endlich reagiert die Bundesregierung.

Die Bundesregierung will strengere EU-Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan. Der vorbeugende Verbraucherschutz müsse Priorität haben, sagten Sprecher der Bundesverbraucherministerin gegenüber Nachrichtenageenturen. Viele Unternehmen und Verbraucher sind verwirrt und können die Maßnahme der EU kurz nach der Katastrophe in Japan nicht nachvollziehen.

Hintergrund ist, dass die EU am vergangenen Wochenende eine Regelung mit neuen höheren EU-Strahlengrenzwerten in Kraft gesetzt hat. Die neuen Grenzwerte für Lebensmittel aus Japan liegen höher als Obergrenzen nach der Tschernobyl- Katastrophe. Die Bundesregierung fordert nun eine Angleichung auf dem strengeren Niveau.

Schon am Mittwoch kritisierten die Verbraucherorganisation foodwatch und das Umweltinstitut München e.V. die Informationspolitik der Bundesregierung über die Lebensmittelsicherheit nach der Reaktorkatastrophe in Japan. So würde Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner seit Tagen auf “verstärkte Kontrollmaßnahmen” und “spezielle Schutzstandards” hinweisen. Aber sie informiere die Öffentlichkeit nicht darüber, dass die EU-weit geltenden Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus den betroffenen Regionen Japans am vergangenen Wochenende deutlich erhöht wurden.

Zurzeit gäbe es laut foodwatch und dem Umweltinstitut in Europa keinen Anlass zur Sorge über hochbelastete Produkte aus Japan im Handel – dies rechtfertigte jedoch nicht die lückenhafte Informationspolitik der Bundesregierung noch die Heraufsetzung der Grenzwerte. Beide Organisationen sprachen sich dafür aus, einen kompletten Importstopp zu verhängen.

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