Schwaben wollen weniger Bürokratie für den Mittelstand

Steuern, Lohnzusatzkosten und fehlende Planungssicherheit machen Unternehmern das Geschäftsleben schwer - die größten Probleme für Mittelständler.

Die vier größten Probleme für die mittelständische Wirtschaft verursachen aus Sicht der befragten Unternehmer die staatlichen Eingriffe: Bürokratie, Steuern, Lohnzusatzkosten sowie fehlende Planungssicherheit im Hinblick auf Gesetze und Steuern werden als Hauptprobleme empfunden. Das hat der Bund der Selbständigen Baden-Württemberg e. V. (BDS) in einer aktuellen Studie herausgefunden.

Mit deutlichem Abstand folgen mit den Berufsgenossenschaften und dem Kündigungsschutz zwei weitere Fallstricke aus der Politik. Bei den Berufsgenossenschaften wächst die Problembewertung stark mit der Unternehmensgröße. Während freie Berufe und Dienstleister das Thema weniger problematisch einschätzen, ist vor allem das Handwerk kritisch.

Bürokratie, Steuern, Lohnzusatzkosten, fehlende Planungssicherheit, Bund der Selbständigen Baden-Württemberg, (BDS)

Auch den Kündigungsschutz sehen Mittelständler weiter als Hindernis. Dabei ist die Befindlichkeit von der Unternehmensgröße abhängig: Stellt dieses Thema für die kleineren Unternehmen wegen der gesetzlichen Ausnahmen kaum ein Problem dar, sieht der größere Mittelstand (50 bis 249 Mitarbeiter) hier einen besonders großen Hemmschuh: In dieser Unternehmenskategorie ist der Kündigungsschutz das größte Problem. Doch schon ab zehn Mitarbeitern beurteilen die Unternehmen den Kündigungsschutz als überdurchschnittlich großes Problem. „In einer Phase des konjunkturellen Aufschwungs, in der die Unternehmer wieder Mitarbeiter einstellen, bleibt bei vielen die Sorge, die Zahl der Mitarbeiter an schlechter laufende Geschäfte anpassen zu können.“, erklärt Günther Hieber, Präsident des BDS. „Es wäre sinnvoll, arbeitsrechtlich eine Kleinbetriebsklausel bis 20 Mitarbeiter einzuführen, durch die Kleinbetriebe insbesondere vom Kündigungsschutz und den Regelungen des Betriebsverfassungsgesetzes ausgenommen werden.“

Dem gegenüber steht auf Rang sieben mit dem insgesamt größten Sprung nach oben in der Problemskala das Thema Mitarbeiterqualität und die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt. Die Suche nach neuen Mitarbeitern wird immer schwieriger. Rund 68 Prozent aller mittelständischen Unternehmen haben inzwischen Schwierigkeiten, gut ausgebildete neue Mitarbeiter zu finden. Die Problematik gibt es bei allen Qualifizierungsgruppen vom Auszubildenden bis zum Ingenieur. Aus Sicht der Mittelständler wird der Fachkräftemangel damit zur großen Herausforderung der kommenden Jahre.

Kündigungsschutz, Kleinbetriebe, Betriebsverfassungsgesetz, Mitarbeiterqualität, Fachkräfte

Neu in der Liste der zehn wichtigsten Probleme der Mittelständler nennen die Unternehmer die mangelende Veränderungsbereitschaft in der Gesellschaft. Als Unternehmer spüren sie jeden Tag die Notwendigkeit zur Anpassung an neue Markterfordernisse und wünschen sich diese Veränderungsbereitschaft auch von anderen Teilen der Gesellschaft.

Im Gegensatz zu den Lohnzusatzkosten werden die Löhne an neunter Stelle als deutlich weniger wichtiges Problem eingeschätzt. Dies liegt auch an der moderaten Lohnentwicklung der vergangenen Jahre. Gute Konjunkturaussichten und volle Auftragsbücher lassen das Problem Auftragslage auf Platz zehn zurückfallen.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.