Brasiliens Elektroindustrie bietet Export-Chance

Energiewirtschaft, elektrisches Installationsmaterial und Industrieautomation bieten gute Absatzchancen.

Die Nachfrage nach elektrischen und elektrotechnischen Produkten in Brasilien steigt deutlich an. Mehr als zwei Drittel der Branchenunternehmen erwarten im Jahr 2011 wachsende Umsätze. Der Import der Branche stieg im Jahr 2010 dreimal so stark wie das Volumen des Inlandsmarkts, Importprodukte machten bereits 20 Prozent des Umsatzes aus. Zu dieser Quintessenz kommt eine Studie der Gesellschaft Germany Trade & Invest. Der Optimismus kommt aus der starken Baukonjunktur, dem stabilen Konsumgüterabsatz und dem Ausbau der Energie- und Telekommunikationsinfrastruktur.

Der brasilianische Fachverband Abinee erwartet, dass der Umsatz der brasilianischen Elektroindustrie um 13 Prozent im Jahr 2011 steigen wird und sich Equipment für die Energiewirtschaft, Industrieausrüstung und elektrisches Installationsmaterial überdurchschnittlich gut verkaufen werden. Dafür sprechen auch die stabile Konsumnachfrage, steigende Einkommen, die zunehmende Beschäftigung sowie fortgesetzte Investitionen von staatlicher wie privater Seite.

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Die beste Entwicklung sieht der Fachverband für das Jahr 2011 für die Energiewirtschaft voraus. Der fortgesetzte Ausbau der Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung belebt die Nachfrage nach Ausrüstung.

Für die Nachfrage nach elektrischem Installationsmaterial bestehen ebenso gute Aussichten. Die Bauindustrie erwartet im Jahr 2011 ein erneut starkes Wachstumsjahr. Branchenkenner rechnen mit einem Plus von mindestens zehn Prozent in der Bauindustrie und 15 Prozent bei Installationsmaterial. Laut Experten droht in der Bauindustrie selbst bei einer anhaltend erhitzten Nachfrage aber keine Blase, da der Anteil von Immobilienfinanzierungen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt niedrig ausfällt. Die Branche profitiert vom privaten Wohnungsbau, dem staatlichen Infrastrukturausbau, einem sozialen Wohnungsbauprogramm und der Vorbereitung auf die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016. Bis Ende diese Jahres sind Baumaterialien zudem von der Industrieproduktsteuer IPI befreit.

Die Zulieferer von IT-Infrastruktur sind ebenfalls optimistisch. Das liegt unter anderem an der steigenden Nachfrage nach Notebooks, die zusätzlich durch die Befreiung von den Steuern PIS und Cofins angeregt wird. Ferner kauft der Staat für Bildungsprogramme wie „Ein Computer für jeden Schüler“ und „ProInfo Integrado“ in größerem Umfang PCs und Multimedia-Projektoren.

Fußball-WM 2014, Olympischen Spiele 2016, Industrieproduktsteuer IPI, PIS, Cofins, ProInfo Integrado

Für die Ausrüster der Telekommunikationsindustrie erwartet der Verband Abinee für 2011 ein dynamisches Investitionsverhalten, wenn der Staat den Nationalen Breitbandplan angeht. Der 3G-Zugang über Smartphones stieg im Jahr 2010 auf 14,6 Millionen Anschlüsse. Insgesamt übertrifft die Zahl der mobilen Breitbandanschlüsse die der festen.

In der Industrieautomation sieht Abinee in diesem Jahr gute Absatzchancen. Positive Impulse gehen von einer steigender Serienproduktion und einer verstärkten Nachfrage nach Sondermaschinen aus, zum Beispiel in der Gasindustrie und im Bergbau. Der Bedarf an Steuerungstechnik steigt auch in Brasiliens Hightech-Landwirtschaft. Ein erfolgreiches Beispiel von deutschem Engagement ist das Unternehmen Tewe, das 2010 in Zusammenarbeit mit brasilianischen Partnern eine komplexe Schweinefütterungsanlage in Rio Verde im Bundesstaat Mato Grosso do Sul installierte.

Der kräftige Absatz von Haushaltselektronik verdeutlicht den Nachholbedarf von Brasiliens neuer Mittelschicht. Nach einem Wachstum von rund 16 Prozent im vergangenen Jahr dürfte das Absatzplus in diesem Jahr bei rund neun Prozent liegen.

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