Forschung im Ausland erhöht Rendite

Schweizer Unternehmen forschen lieber im Ausland. Eine Studie zeigt nun, warum das so ist.

Die aktuellsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass Schweizer Unternehmen mehr für Forschung in anderen Ländern ausgeben, als in der Schweiz selbst. Im Jahr 2008 investierte die heimische Privatwirtschaft rund 15,7 Milliarden Franken in die Forschung und Entwicklung (FuE) in anderen Ländern. In der Schweiz waren es nur 12 Milliarden. Forschung im Ausland wirkt sich positiv aus: Der Gewinneffekt ist für Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen (FuE) im In- und Ausland etwa doppelt so hoch wie für Unternehmen, die nur im Inland aktiv sind. FuE im Ausland kann Unternehmen

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Die Analyse des ZEW zeigt neben den Profitabilitätseffekten von FuE-Aktivitäten im Ausland, dass auch das Ausmaß der Internationalisierung von FuE die Gewinne beeinflusst.

„Der Gewinneffekt ist beachtlich. Die Umsatzrendite vor Steuern bei allen von uns betrachteten Unternehmen liegt im Schnitt bei 5,6 Prozent. Ein bis zwei Prozentpunkte mehr Gewinn sind da sehr viel“, erklärt Bettina Peters, eine der für die Studie verantwortlichen Wissenschaftlerinnen am ZEW. Sie wertete in der Untersuchung die Daten von 1.300 deutschen Unternehmen aus, die im Rahmen des Mannheimer Innovationspanels erhoben wurden. Die Daten geben Aufschluss über Art, Umfang und Standorte von FuE-Aktivitäten sowie zu Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen. Leitfrage der ZEW-Studie war, ob FuE-Aktivitäten im Ausland mehr Geld kosten oder auch Gewinn bringen.

Ein weiteres Studienergebnis war, dass Unternehmen durch die Internationalisierung von FuE zwar einerseits weltweit auf Wissens- und Effizienzressourcen zugreifen und neue Märkte besser erschließen können. Aber andererseits entstehen ihnen Mehrkosten, wenn sie ihre FuE-Aktivitäten auf das Ausland ausdehnen – beispielsweise durch einen höheren Kontroll- und Koordinierungsaufwand oder durch den Verlust von Synergieeffekten am Heimatstandort.

Da Forschungsaktivitäten erst mit einer gewissen Zeitverzögerung Gewinne einbringen, werden in der ZEW-Studie die Daten zu den FuE-Aktivitäten aus dem Jahr 2005 mit Gewinninformationen aus dem Jahr 2008 in Beziehung gesetzt. Als Maß für die Profitabilität der Unternehmen zieht die Studie die Umsatzrendite – gemessen als Vorsteuergewinn in Prozent des Umsatzes – heran. Die Umsatzrendite gibt hier den Gewinn an, der pro Euro Umsatz erwirtschaftet wird.

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