Fukushima belastet Börsen

Die Atomkatastrophe in Japan wurde als ebenso gravierend wie das Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986 eingestuft - die höchste bislang erreichte Katastrophenbewertung.

Die Atomkatastrophe von Fukushima belastet die europäischen Aktienmärkte. Grund ist die offizielle Einstufung der Katastrophe als ebenso gravierend wie das Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986. Der Dax verzeichnete zu Handelsbeginn Verluste. Auch die meisten übrigen europäischen Börsen notierten schwächer. Auch in Tokio, Shanghai und Hongkong gaben die Kurse nach.

Die Katastrophe werde auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (Ines) auf die höchste Stufe 7 statt bislang 5 eingeordnet, teilte die japanische Atomaufsicht mit. Es handele sich um eine vorläufige Einordnung, betonte ein Sprecher der Atomaufsicht. Die endgültige Bewertung müsse die Internationale Atomenergiebehörde vornehmen.

Die Betreibergesellschaft Tepco zeigte sich laut Nachrichtenagenturen besorgt darüber, dass die austretende Strahlenmenge am Ende die der Atomkatastrophe von Tschernobyl noch übertreffen könne. „Der Austritt von Strahlung ist noch nicht vollkommen gestoppt und unsere Sorge ist, dass sie am Ende Tschernobyl übersteigen könnte“, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte die Atomaufsicht erklärt, dass die Menge ausgetretener Radioaktivität aus der Anlage in Fukushima rund zehn Prozent derjenigen betrage, die bei der Katastrophe in der Ukraine 1986 festgestellt worden sei.

Ein mit Stufe 7 eingeordneter Vorfall bezeichnet einen katastrophalen Unfall mit dem Austritt großer Mengen Radioaktivität und schwersten Auswirkungen auf Menschen und Umwelt. In der Geschichte der Atomkraft-Nutzung wurde bislang nur die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in diese Kategorie eingeordnet.

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