20 Prozent mehr durch besseres Beteiligungsmanagement

Vor allem Manager von Industrieunternehmen müssen ihre Hausaufgaben besser machen, um höheren Mehrwert zu schaffen. Kienbaum-Experte Matthias Larose erklärt die Vorteile einer Nachbesserung.

Wenn Unternehmen ihr Beteiligungsmanagement optimieren, können sie Ertragssteigerungen von bis zu 20 Prozent erzielen. Das sind Ergebnisse einer Kienbaum-Studie zum Thema „Wertorientiertes Beteiligungsmanagement“, die sich auf die Befragung von über hundert Unternehmen mit ausreichend großem Beteiligungsportfolios stützt.

Die Untersuchung zeigt, dass viele Firmen ein mangelhaftes Beteiligungsmanagement durchführen. Studienleiter Matthias Larose ist von den Untersuchungsergebnissen überrascht. „Viele Unternehmen erwarten schlichtweg, dass eine Beteiligung ein „Selbstläufer“ ist. Es herrscht noch kein ausreichendes Bewusstsein dafür vor, dass man als Unternehmen nach einer getroffenen Investitionsentscheidung eine Beteiligung regelmäßig betreuen muss, um diese optimal zu steuern.“

Banken managen Beteiligungen professioneller

Wenn ein Unternehmen sich zu wenig um seine Beteiligungen kümmert, kann das Abschreibungen in erheblichem Ausmaß oder Wertberichtigungen zur Folge haben. Teilweise werden als letzte Möglichkeit die Beteiligungen sogar weit unter Buchwert verkauft, um Risiken oder Schäden zu begrenzen.

Auffallend sind die Unterschiede des Beteiligungsmanagements bei Banken- und Versicherungsunternehmen auf der einen Seite und Industrieunternehmen auf der anderen. „Banken sind tendenziell etwas professioneller aufgestellt als Industrieunternehmen. Primär ist der Grad der Professionalität der Beteiligungssteuerung aber abhängig von der Größe des Beteiligungsportfolios. Doch auch hier gilt eine Einschränkung: Auch bei Unternehmen mit großem Beteiligungsportfolio sind optimierbare Strukturen zu beobachten“, erklärt Kienbaum-Experte Larose.

Weiteres Kernergebnis der Kienbaum-Untersuchung: Manager von Beteiligungen unterscheiden nicht nach unterschiedlichen Beteiligungsarten. Larose sieht darin Nachteile: „Das Zielsystem für die einzelnen Beteiligungen ist nicht optimal ausgerichtet, und es fehlt an Spezialisierungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter auf die unterschiedlichen Herausforderungen. Im Ergebnis führt das dazu, dass die definierten Ziele für eine Beteiligung häufig verfehlt werden. Deshalb sollte mindestens nach der Investitionsabsicht differenziert werden. – zwischen strategischer Unterstützung beziehungsweise Absicherung des eigenen Geschäftsmodells auf der einen Seite und rein ertragsstarken Investments auf der anderen Seite.“

Manager ordnen ihr Beteiligungsportfolio oft auf Basis von falschen Kennzahlen

Ein weiterer Grund für mangelhaftes Beteiligungsmanagement liegt darin, dass die Steuerung des Beteiligungsportfolios oft an Hand falscher Kennzahlen erfolgt. Dazu Projektmanager Larose: „Häufig werden Kapitalkosten unzureichend berücksichtigt. Derzeit sind entsprechende Kennzahlen ausschließlich bei Finanzbeteiligungen im Einsatz. Es ist sinnvoll, den Mehrwert beziehungsweise Nutzenbeitrag der jeweiligen Beteiligung für den Konzern über geeignete KPI (Anm. d. Red.: Leistungskennzahlen) stärker zu quantifizieren.“

IT kann hier eine wertvolle Unterstützung sein, indem sie effiziente und nutzerfreundliche Instrumente zur Verfügung stellt. Dadurch wird eine standardisierte Unterstützung der Entscheidungs- und Bewertungsprozesse möglich.

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