Multis lieben Shanghai, Hongkong und Singapur

Die Wirtschaftszentren Asiens werden immer wichtiger. Welche Stadt dabei welche Vorteile für Unternehmen bietet hat jetzt eine Untersuchung herausgefunden.

Multinationale Konzerne werten Shanghai, Hongkong und Singapur als die attraktivsten Standorte zur Gründung von regionalen Unternehmenszentralen im Asien-Pazifik-Raum. Bei einer detaillierten Bewertung liegen Singapur und Hongkong in wichtigen Kriterien noch vor Shanghai. Dazu gehören Erfolgsfaktoren wie gute rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen, eine gute und stabile politische Lage, ein günstiges Geschäftsumfeld sowie vorteilhafte steuerliche Bedingungen. Shanghai überzeugt hingegen vor allem wegen seiner Nähe zu Kunden und Märkten. Das sind die Ergebnisse der Studie, die Roland Berger Strategy Consultants gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer der Europäischen Union in China durchgeführt haben. Dabei wurden 1.600 hochrangige Vertreter multinationaler Konzerne befragt, die im Asien-Pazifik-Raum aktiv sind.

Region mit gutem Wachstum

In ihrer Studie zu Unternehmenszentralen in der Region Asien-Pazifik bewerten die Experten die Leistungsfähigkeit und Attraktivität von Großstädten mit Blick auf ihre Eignung als Sitz regionaler Unternehmenszentralen. „Mit zunehmender Verlagerung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten in den Asien-Pazifik-Raum messen viele multinationale Konzerne dieser Region immer mehr strategische Bedeutung bei. Denn ihre Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt und der Verbrauchernachfrage übertreffen die anderer Regionen“, sagt Asienchef von Berger, Charles-Edouard Bouée. „Unsere Analyse zeigt zudem die Schwierigkeiten auf, die europäische Unternehmen überwinden müssen, wenn sie sich in diesen Städten niederlassen,“ führt Bouée aus.

Die im Rahmen der Studie geführten Interviews mit Unternehmensvertretern ergaben zehn wesentliche Bedingungen, die eine Stadt erfüllen muss, um sich für die Errichtung einer Unternehmenszentrale zu eignen: (1) Nähe zu Kunden und Märkten, (2) günstige rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen, (3) gute und stabile politische Lage, (4) ein günstiges Geschäftsumfeld, (5) vorteilhafte steuerliche Bedingungen, (6) Zugang zu Humanressourcen, (7) niedrige Betriebskosten, (8) transparenter und ungehinderter Marktzugang, (9) Nähe zu Produktionsstandorten und (10) Zugang zu Vertriebskanälen.

Nähe zum Kunden und niedrige Steuer

Shanghai, Hongkong und Singapur erreichten – dicht beieinander liegend – die Top-Drei-Positionen in der Rangfolge der attraktivsten Standorte für Unternehmenszentralen. Diese Städte wurden anschließend nach den zehn genannten Kriterien im Detail untersucht. Dabei ergab die Analyse, dass Singapur, gemessen an zahlreichen wesentlichen Kriterien, am besten abschneidet – darunter sind günstiges rechtliches und regulatorisches Umfeld sowie die gute und stabile politische Lage. Hongkong folgt dicht darauf und ist bei Verwaltung, Regulierung und Steuern sehr gut positioniert. Shanghai liegt hingegen vor allem wegen seiner Nähe zu Kunden und Märkten im Vergleich zu den beiden anderen Standorten vorn.

„Dass Shanghai bei europäischen multinationalen Konzernen derzeit unter den Top-Drei-Städten für den Sitz ihrer regionalen Unternehmenszentrale im Raum Asien-Pazifik rangiert, verdeutlicht Chinas wachsende Bedeutung weltweit. Dies zeigt auch Shanghais wichtige Rolle als größtes Wirtschafts- und Finanzzentrum in China“, stellen die Autoren der Studie fest.

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