Innovationsnetzwerke sichern Technologieführerschaft

Manager müssen schnell nachbessern, um Ziele wie "mehr Entwicklungsqualität" und "weniger Entwicklungsrisiko" zu erreichen.

Durch Innovationsnetzwerke kann der Vorsprung der Maschinenbauer gegenüber China verteidigt werden. So wollen 90 Prozent der Unternehmen aus dem Maschinenbau ihre Aktivitäten in Netzwerken rund um die Forschung und Entwicklung verstärken. Das sind die Kernergebnisse einer Studie von Horváth & Partners und dem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) der EBS Business School. An der Untersuchung beteiligte sich der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Maschinenbau-Branche muss bessere Innovationseffektivität und -geschindigkeit erreichen

Um Wettbewerber aus den Schwellenländern auf die Plätze zu verweisen, müssen die Maschinenbauer rasch und entschlossen nachbessern. Der Maschinenbau hat im Management von Innovationsnetzwerken erkennbare Defizite. Die Unternehmen erreichen ihre selbst gesteckten Ziele häufig nicht. Nur weniger als 20 Prozent der Firmen erreichen Ziele wie „Generierung vorwettbewerblicher Forschungsergebnisse“, „Einbeziehung ergänzender Kompetenzen“ und „Verkürzung der Entwicklungszeit“. Das gleiche gilt für „die Erhöhung der Entwicklungsqualität“ oder „die Reduktion des Entwicklungsrisikos“.

Da Billiganbieter besonders aus China immer bessere Maschinen zu geringeren Kosten anbieten, bleibt dem deutschen Maschinenbau nichts anderes übrig, als seine bewährte Innovationskraft und -geschwindigkeit weiter zu erhöhen, um die Technologieführerschaft zu sichern. Mittels Innovationsnetzwerken können Maschinenbauer gemeinsam mit Kunden und Lieferanten passgenaue Lösungen entwickeln. Die Fähigkeit, Innovationsnetzwerke zu bilden und zu managen, wird laut den Studienleitern zum zentralen Erfolgsfaktor für Maschinenbauunternehmen im globalisierten Markt. So ist es notwendig, dass Unternehmen Innovationsnetzwerke aktiv steuern. Am besten wäre es, wenn sie wie andere längerfristige Projekte gemanagt werden.

Kooperationsvertrag aufsetzen und Netzwerksitzungen durchführen

Im Maschinenbau bereits erfolgreiche Netzwerke zeichnen sich laut den Studienergebnissen durch „Harmonie“ und „Allokation von Aufgaben und Ressourcen“ aus. Das bedeutet in der unternehmerischen Praxis eine hohe Kompromissbereitschaft der Teilnehmer am Netzwerk, eine ausgewogene Machtverteilung und der bewusste Verzicht auf Rivalitäten. Trotzdem müssen Aufgaben zwischen den Partnern klar verteilt und auf die jeweiligen Kompetenzen abgestimmt werden. Hinzu kommt, dass jeder Teilnehmer die Regeln des Netzwerkes als verbindlich ansehen muss. „Diese Erkenntnisse erscheinen recht banal, in der Praxis zeigt sich aber, dass diese naheliegenden Erfolgsfaktoren oft nicht konsequent genug verfolgt und die Hauptziele deshalb nicht erreicht werden“, betont ein Studienleiter.

Um Innovationsnetzwerke einzuführen und erfolgreich weiterführen zu können, sollten Netzwerkmanager einen Kooperationsvertrag aufsetzen sowie regelmäßige Netzwerksitzungen mit Fortschrittsberichten durchführen. Dazu können bereits bewährte Projektmanagement-Methoden für die Planung und Steuerung genutzt werden. Unternehmen, die an erfolgreichen Innovationsnetzwerken beteiligt waren, würden laut Studienautoren diese Faktoren bestätigen: „Voraussetzung hierfür ist, dass das Wettbewerbsdenken bei der Arbeit im Netzwerk zurückgestellt wird“, sagt Herbert Kraibühler, Technik-Geschäftsführer bei der Arburg GmbH.

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