Grönland hat Potential als wichtiger Rohstoff-Lieferant

Grönland hat große Vorkommen wichtiger Rohstoffe. Dieses Potential könnte die Insel zu einem wichtigen Lieferanten für Erze und Edelmetalle machen. Es gibt allerdings auch Hindernisse.

Grönland wird langfristig zu einem sehr wichtigen Rohstofflieferanten aufsteigen. Die Vorkommen sind mit denen von Australien, Russland, Südafrika oder Kanada vergleichbar. Gold, Platin, Uran und seltene Erden kommen auf Grönland in sehr ertragreichen Lagerstätten vor. Diese Metalle und Minerale sind auf Grönland in einer Größe von Weltrang vorhanden. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) der Bundesagentur für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Sie untersuchte das „mineralische  Rohstoffpotential Grönlands“.

„Gigantische“ Metallvorkommen

Zu den bereits bekannten Lagerstätten wurden weitere bedeutende Mengen von Eisen, Lithium, Zinn und Blei entdeckt. Ebenfalls bauwürdige Lagerstätten soll es von Wolfram, Diamant und Chrom geben. Die Metallvorkommen der beiden Gesteinsformationen Skaergaard und Il’maussaq werden bereits jetzt als „gigantisch“ eingestuft. Sie enthalten Eisen, Platin, Uran und weitere wertvolle Rohstoffe. Dabei wurden lediglich die Bereiche untersucht, die nicht von massiven Eisschichten bedeckt sind. Hierbei handelt es sich um einen schmalen Streifen an der Küste. Dieser ist mittlerweile an manchen Stellen auf 300 Kilometer angewachsen. Vier Fünftel der Landfläche Grönlands ist vom mächtigen Inlandeis bedeckt, das stellenweise über 100 Meter dick ist. Unter dem Eis könnten sich weitere enorme Vorkommen verbergen.

Die geologische Entwicklung Grönlands erstreckt sich über Milliarden Jahre. Dabei wurden die verschiedensten vulkanischen und sedimentären Gesteine abgelagert. Auch Mineralien die mit äußerst seltenen Elementen angereichert sind, konnten so entstehen. Sollte das Eis, das einen Großteil Grönlands bedeckt, durch die Klimaerwärmung abschmelzen, könnte dies weitere große Vorkommen freilegen. Investoren interessieren sich bereits für Projekte auf der Insel. Aktuell wird, wenn auch in kleinerem Stil,  Blei und Zinn abgebaut. Für größere Vorhaben müsste allerdings die Infrastruktur entscheidend verbessert werden. Die extremen Witterungsverhältnisse würden die Tätigkeiten auf Grönland zusätzlich erschweren.

Strenge Auflagen

Die ökologischen Auflagen sind wegen der Nähe zu den sensiblen Lebensräumen der Arktis besonders streng. Das würde den Abbau der Bodenschätze ebenfalls beeinflussen. Daher sieht die Rohstoffagentur zwar grundsätzliches Potential, in naher Zukunft wird dieses allerdings noch nicht voll auszuschöpfen sein. Die Nachfrage an Rohstoffen steigt stetig, und auch die Preise entwickeln sich rasant. Das mineralische Rohstoffpotential Grönlands könnte nicht zuletzt für seine Bewohner eine Möglichkeit sein, ihre Unabhängigkeit auf Dauer zu finanzieren.

Die Rohstoffagentur, die eine Organisation des Bundesministeriums für Wirtschaft ist, führte ähnliche Untersuchungen auch in anderen nördlichen Gegenden durch. Zu ihnen zählen Nordskandinavien, Sibirien, Island und Nordamerika.

Kommentare

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  1. Hans J. Kürtz sagt:

    Die Insel Grönland – 8 x so groß wie Deutschland – liegt nicht NAHE der Arktis: ihr weit überwiegender Teil IST Arktis. Dennoch werden schon heute Gold und Olivin abgebaut. Ein riesiges Diamanten- und ein Rubin-Vorkommen sind soweit erschlossen, dass in diesem und im kommenden Jahr die Förderung anläuft. Bis 2015 wird man auf dem bisher weltgrößten, erschlossenen Vorkommen an seltenen Erden in Südgrönland mit dem Abbau beginnen. Zwei weitere Vorkommen dieser wichtigsten Mineralien der Zukunftstechnologie sind in der Erschließung.
    Ebenso stehen große Vorkommen von Eisen, Blei und Zink, Molybdän und Platin sowie zwei weitere Goldminen vor dem Beginn der Förderung. In der erwähnten Übersicht der DERA werden die grönländischen Vorkommen an Gold, Platin, Seltenen Erden. Thorium/Uran und Coelestin als „Vorkommen von Weltrang“ in die höchste Kategorie eingestuft. Bei sieben weiteren wichtigen Erzen/Mineralien erfolgte die Einstufung in die zweithöchste Klasse „bedeutende Vorkommen“. Die DERA kommt zu dem Schluss, dass Grönland zu einem „sehr wichtigen Rohstofflieferanten aufsteigen wird, der Bedeutung nach ähnlich Australien, Kanada, Südafrika oder Russland“. Der letzte, einschränkende Satz in Ihrem Artikel mit dem Hinweis auf die „Ausnahme“ geht doch sehr an den Realitäten vorbei.

    • redakteur sagt:

      Sehr geehrter Herr Kürtz!
      Vielen Dank für Ihre Anregungen. Wir haben uns erlaubt, die von Ihnen angesprochenen Punkte zu überarbeiten. Wir hoffen, dass Sie auch in Zukunft unsere Artikel so aufmerskam verfolgen.
      mit freundlichen Grüßen
      die Redaktion