Drei Millionen deutsche Autos auf Chinas Straßen

China ist vor Brasilien der bei weitem wichtigste Auslandsstandort für deutsche Automobilhersteller. Die Zahl der deutschen Autos auf Chinas Straßen wächst.

Drei Viertel der Premiumfahrzeuge, die in China neu zugelassen wurden, waren im Jahr 2010 ein  deutsches Fabrikat. Hinsichtlich Design, Qualität, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verbrauchsoptimierung haben deutsche Premiumfahrzeuge in China einen sehr guten Ruf. So haben „die deutschen Zulieferer dank ihrer Innovationskraft und der Qualität ihrer Produkte einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg“, erklärte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), im Vorfeld der Auto Shanghai, der wichtigsten Automobilmesse in Asien.

Deutlicher Anstieg bei den Verkaufszahlen

Die deutschen Autokonzerne haben zurzeit einen Marktanteil von 20 Prozent in China. Im ersten Quartal 2011 haben die deutschen Automobilhersteller in China deutlich schneller zugelegt als der Pkw-Gesamtmarkt: Insgesamt stiegen die Pkw-Verkäufe in China in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um zwölf Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeuge. Die deutschen Konzernmarken hingegen erhöhten ihren Absatz um 30 Prozent auf gut 637.800 Neuwagen.

„Bei allen deutschen Konzernmarken, die in China aktiv sind, waren die Zuwächse im ersten Quartal deutlich zweistellig“, betont Matthias Wissmann. Wie bedeutsam der chinesische Markt für die deutschen Hersteller mittlerweile ist, zeigt eine weitere Zahl: In China setzten die deutschen Konzernmarken im ersten Quartal 2011 über 112.000 Neuwagen oder 21 Prozent mehr ab als auf dem deutschen Inlandsmarkt im gleichen Zeitraum.

Anlässlich der Messe Auto Shanghai betonte Wissmann auch die große Bedeutung Chinas als Produktionsstandort der deutschen Automobilindustrie. Seit dem Jahr 2008 hat sie ihre Pkw-Produktion in China auf 1,8 Millionen Einheiten mehr als verdoppelt. Damit sei China vor Brasilien mit 765.000 Einheiten der bei weitem wichtigste Auslandsstandort. Die deutschen Hersteller und Zulieferer haben in China rund 190 Produktions- und Montagestätten; 180 davon sind Standorte von Zulieferern.

Genauso stark wie die Produktion vor Ort haben sich die Pkw-Exporte nach China entwickelt. Sie sind von 218.000 Einheiten im Jahr 2008 auf 462.486 im vergangenen Jahr gestiegen. Wissmann sagt weiter: „Der Fahrzeugexport von Deutschland nach China hatte im Jahr 2010 einen Wert von 9,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 120 Prozent gegenüber dem Jahr 2009.“ Die Automobilzulieferer exportierten im Jahr 2010 zusätzlich Kfz-Teile und Zubehör im Wert von vier Milliarden Euro. Mit Karosserien, Motoren und Motorteilen kommt die deutsche Automobilindustrie insgesamt auf einen Exportwert von knapp 14,7 Milliarden Euro.

China als Markt der Zukunft

Der Auslandsmarkt wird für die deutsche Automobilindustrie weiter erheblich an Bedeutung gewinnen: „Wir sehen in China noch großes Potenzial für das Automobil. Während in Deutschland rund 500 Pkw auf 1.000 Einwohner kommen, sind es in China erst 23 – mit einer klaren Tendenz nach oben“, erklärt VDA-Präsident Wissmann.

Im Bereich der Elektromobilität investiert China bis zum Jahr 2015 insgesamt 3,85 Milliarden Euro. „Gerade die leisen, emissionsfreien Elektrofahrzeuge eröffnen neue Perspektiven, um den schnell zunehmenden Individualverkehr in China zu gestalten“, sagte Wissmann.

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  1. Alfred Mayer sagt:

    Für ein Lied und hun­dert Lie­der
    Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen von Yiwu Liao
    2011, 544 Seiten, Maße: 15,6 x 22,1 cm, Gebunden, Deutsch
    Übersetzung: Hoffmann, Hans P. Fischer (S.), Frankfurt ISBN-10: 3100448138
    ISBN-13: 9783100448132

    Ein erschütternder Bericht über die üblen Zustände in den Gefängnisses Chinas und die geringfügigen Anlässe, um für Jahre ins Gefängnis zu kommen, aus denen man nur mit Glück wieder herauskommt. Dabei zwingt uns kein einziger vernünftiger Grund, mit einem derart totalitären Staat derart intensiv Handel zu treiben, wie es geschieht. Warum halten wir uns für darauf angewiesen, Millionen von Autos nach China zu exportieren. Inzwischen fahren 3 Millionen deutsche Autos auf Chinas Straßen
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/05/13148/ Warum müssen wir für zweistellige Milliardensummen Waren aus diesem Billiglohnland und aus Sklavenarbeit einführen ? Weil die Reichen und Superreichen glänzende Geschäfte damit machen. Bei guten Geschäften hört die Moral auf, auch bei unserer Regierung. Drum Masseneintritt der Nachdenklichen in die Parteien: http://www.demokratievonunten.blog.de