Unser Geld: Idee der „Europäischen Mark“

Ein Münchner Professor hat sich überlegt, welche Wirkung es haben könnte, wenn Deutschland und andere solide Eurostaaten ihre eigene Währung gründen würden.

Das Treffen der Finanzminister in Luxemburg hat eine alte Idee wieder aufkommen lassen. Man hatte spekuliert, das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland plane einen Ausstieg aus dem Euro. Griechenland dementierte umgehend doch die Meinung über den Sinn einer erneuten Geldspritze bleibt geteilt

Für Gerald Mann von der Hochschule für Ökonomie und Management in München, ist das Rettungspaket für Griechenland eine „Konkursverschleppung“. Er glaubt Griechenland hätte bereits im Jahr 2010 den Euro aufgeben müssen. Der Austritt kombiniert mit einer Halbierung der Schulden hätte die griechische Wirtschaft dieses Jahr schon wieder wachsen lassen können. Dafür ist es jetzt zu spät meint er.

„In der Tat würde ein Euro-Ausstieg Griechenland und sein Bankensystem vor massive, nicht nur logistische Probleme stellen. Auch hier wäre weitere Hilfe der europäischen Partner unerlässlich. Also sollte man über das Gegenteil nachdenken.“ sagt Mann.

Er schlägt den Austritt der solideren Staaten – allen voran Deutschland – aus der Eurozone vor und vermutet, dass hierzulande die Menschen die Banken nicht aus Angst vor einer neuen Währung stürmen würden. Weitere Länder könnten sich Deutschland anschließen. „Diese neue Währung, nennen wir sie „Europäische Mark“ würde gegenüber dem Euro aufwerten. Die solideren Länder wie Deutschland können zu einer stabilitätsorientierten Geldpolitik zurückkehren, mit der die EZB im vergangenen Jahr nicht zuletzt durch die Aufkäufe von Staatsanleihen gebrochen hat. Die schwächeren Euroländer erhalten so die Abwertung und die währungspolitische Flexibilität, die sie zur Rückgewinnung ihrer Wettbewerbsfähigkeit benötigen.“ überlegt Mann.

Die deutschen Exporte in die verbliebenen Euroländer würden laut Mann zwar zunächst sinken, später aber auf einer gesunden Basis wiederkehren.

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