Mit Einheit und Herz gegen die Krise

Eine Teilung der Währungsunion ist keine Lösung, sagt Reinhold Rickes, Ökonom des Sparkassen- und Giroverbandes. Vielmehr müsse der Konsilidierungsprozess Griechenlands beherzt umgesetzt werden.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: In der Diskussion um die Rettung Griechenlands kam die Ideen auf, durch Austritte einzelner Staaten oder durch eine Teilung der Währungsunion, die Kernländer von den Peripherieländer unabhängiger zu machen. Dadurch hätten die Peripherieländer konkurrenzfähiger werden sollen. Hätte man aus heutiger Sicht diese Idee damals umsetzen sollen?

Reinhold Rickes: Nein. Eine Teilung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion verstärkt nur die Probleme.

Jetzt wurden auch Stimmen laut, Deutschland solle die Währungsunion verlassen. Wie würde sich das Ihrer Einschätzung nach auf Deutschland und die restlichen Eurostaaten auswirken?

Ein Austritt Deutschlands hätte katastrophale Wirkungen für die deutsche Wirtschaft. Allein durch die zu erwartende erhebliche Währungsaufwertung würde unsere Exportindustrie schwer belastet.

Das Rettungspaket für Griechenland muss nachgebessert werden. Wurde es falsch umgesetzt oder kann diese Art des Rettungsschirmes Griechenland gar nicht helfen?

Sicherlich sind die mit den Krediten an Griechenland zugesagten Reformen der griechischen Volkswirtschaft nicht so umgesetzt worden, wie es notwendig ist, um die Märkte zu beruhigen. Insofern muss der Restrukturierungs- und Konsolidierungsprozess in Griechenland jetzt beherzt umgesetzt werden. Richtig ist aber auch, dass überschuldeten Staaten irgendwann weitere Kredite nicht mehr helfen.

Was spricht dafür, dass in einem Jahr nicht auch die Hilfe für Portugal nachgebessert werden muss?

Zentraler Erfolgsfaktor bleibt die Umsetzung der Reformen auch in Portugal. Gelingt dies, ist mit weiteren Krediten für Portugal nicht zu rechnen. Zudem ist der Schuldenstand in Portugal geringer als in Griechenland.

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