Zukunftsmarkt Wasser verspricht volle Auftragsbücher

Innovationen in der Wassertechnik zahlen sich aus. Ein Schweizer Institut sagt wegen des steigenden Waserbedarfs ein dynamisches Wachstum entlang der gesamten Wertschöpfungskette voraus.

Der weltweite Wassermarkt sorgt für überdurchschnittliches Wachstum, so das Ergebnis einer Studie des Schweizerischen Finanzinstitutes Sustainable Asset Management Group (SAM). Im Jahr 2010 lag das globale Marktvolumen bei rund 480 Milliarden US-Dollar. In den nächsten vier Jahren wird der Gesamtmarkt jährlich um 6,2 Prozent wachsen.

Wasser als Geldanlage

Von dieser Entwicklung werden Unternehmen profitieren, die innovative Produkte und Lösungen entlang der Wasserwertschöpfungskette anbieten. Daraus ergeben sich für langfristig orientierte Investoren attraktive Anlagemöglichkeiten. SAM-Experten gehen davon aus, dass rund die Hälfte der Wasserressourcen durch Verluste auf dem Weg zum Verbraucher oder beim Verbraucher selbst verloren gehen. Unternehmen, die hier mit technischen Innovationen Lösungen bieten, werden volle Auftragsbücher haben.

Grund für das rasante Wachstum des Wassermarktes ist der zunehmende Wasserbedarf. In den letzten zehn Jahren stieg das Volumen von 3.840 auf weltweit 4.500 Milliarden Kubikmeter. SAM erwartet, dass sich dieser Trend weiter fortsetzt und der Verbrauch im Jahr 2030 – ohne Gegenmaßnahmen – bei rund 6.500 Milliarden Kubikmeter liegen wird. Daraus ergeben sich erhebliche Versorgungslücken: Mit circa 70 Prozent entfällt der größte Wasserbedarf auf die Landwirtschaft. Insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern werden die vorhandenen Wasserreserven stark übergenutzt und vorhandene Ressourcen nicht optimal genutzt. Viele Industriestaaten haben hinsichtlich der Wasserinfrastruktur erheblichen Investitionsbedarf.

Infrastruktur muss erneuert werden

Der steigende Wasserbedarf wird durch vier Megatrends geprägt: Durch das Bevölkerungswachstum und die Verstädterung nimmt der Wasserbedarf zu und führt zu regionalen Konzentrationsprozessen. In zahlreichen Metropolen muss die überalterte Infrastruktur erneuert und die Wasserqualität verbessert werden. Darüber hinaus führt der Klimawandel zu Veränderungen im Wasserangebot.

Basierend auf einer Analyse der heutigen Lage sowie einer Evaluation der künftigen Nachfrage hat SAM vier Unternehmenssegmente identifiziert, die sich durch ein attraktives Wertsteigerungspotenzial für Investoren auszeichnen: Zum einen wird das auf den Bereich Wasserverteilung und Management zutreffen. Unternehmen bieten Lösungen für die Sanierung von Leitungen an, entwickeln Systeme für die Verteilung und Entsorgung des Wassers, agieren als Versorger und beteiligen sich am Management der Wasserressourcen.

Wassernutzung wird effektiver

Ein zweiter Bereich ist die Reinigung des Wassers: Unternehmen leisten Beiträge zur Aufbereitung von Trinkwasser, zur Reinigung von Abwasser, zur Entsalzung von Meerwasser oder stellen die dazu benötigten Mess- und Kontrollsysteme zur Verfügung. Die Nachfrageeffizienz bildet den dritten Sektor: Zu dieser Gruppe gehören Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, die einen effizienteren Gebrauch des Wassers in den Haushalten oder in der Industrie ermöglichen.

Als viertes Segment wurden Wasser und Nahrung identifiziert: Unternehmen dieser Gruppe entwickeln Produkte, welche die Wassereffizienz verbessern und Verunreinigungen bei der Bewässerung und bei der Nahrungsmittelproduktion verringern.

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