Familienunternehmen wollen mehr exportieren

Ein Drittel der Unternehmen, die bereits international aktiv sind, wollen auf weiteren Auslandsmärkten aktiv werden. Angeführt wird die Wunschliste von den asiatischen Märkten – vor allem Indien und China. Gefolgt werden sie von den Vereinigten Staaten und den übrigen BRICS-...

Ein Drittel der Unternehmen, die bereits international aktiv sind, wollen auf weiteren Auslandsmärkten aktiv werden. Angeführt wird die Wunschliste von den asiatischen Märkten – vor allem Indien und China. Gefolgt werden sie von den Vereinigten Staaten und den übrigen BRICS- Ländern. Im weiteren Verlauf folgen die Türkei und Frankreich. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland – Befragung Frühjahr 2011“ der Deutschen Bank, des BDI und des Instituts für Mittelstandsforschung, IfM, Bonn. Befragt wurden rund 400 der 2.688 größten Familienunternehmen in Deutschland.

Hürden für internationale Familienunternehmen

Die Hauptgründe dafür, bisher nicht auf diesen Märkten tätig zu sein, sahen die Unternehmen in den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesen Ländern, gefolgt von Handelsbeschränkungen und Zöllen. Auch die Suche nach einem verlässlichen Partner bereitet den Familienunternehmen in anderen  Ländern häufig Probleme.

Da heute fast alle Familienunternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen bereits international absetzen bzw. zum Teil auch im Ausland produzieren, ist für die Zukunft nur noch mit einer geringen Steigerung der Anzahl international aktiver Familienunternehmen zu rechnen. Trotzdem bestehen in einer Vielzahl von Märkten Wachstumspotenziale.

Über die Hälfte der befragten Familienunternehmen gehen für das Jahr 2011 von einer Steigerung ihrer Exportquote aus, nur zwei Prozent erwarten rückläufige Exportzahlen. Differenziert nach Branchen zeigt sich, dass die industriellen Familienunternehmen noch optimistischer sind. Unternehmen, die nicht nur europäische Länder zu ihren drei wichtigsten Absatzmärkten zählen, erwarten ebenfalls überproportional eine positive Entwicklung ihrer Exportquote. Indien entwickelt sich aus Sicht der Familienunternehmen zum Wachstumsmarkt der Zukunft. China, heute schon der zweitwichtigste Markt für Familienunternehmen, wird Frankreich als bedeutendsten Absatzmarkt ablösen. Auch Russland gewinnt stark an Bedeutung und steigt von Platz 9 auf Platz 4. Platz 3 geht an die USA.

Asien und Osteuropa überholen EU

Die Bedeutung des europäischen Marktes nimmt somit für viele der größten Familienunternehmen ab. Der Anteil der Familienunternehmen, die nur europäische Länder als ihre drei wichtigsten Absatzmärkte ansehen, sinkt von 53 Prozent auf 46 Prozent. Bei den industriellen Familienunternehmen schrumpft dieser Anteil sogar auf rund 38 Prozent. Die als gesättigt geltenden Märkte der Europäischen Union versprechen nur ein geringes Wachstumspotenzial und werden von den Märkten in Asien und Osteuropa überholt.

Insgesamt ist festzustellen, dass die wichtigsten Exportmärkte zukünftig aus Sicht der größten Familienunternehmen aus Europa, Nordamerika und Asien bestehen. Süd- und Mittelamerika und auch Afrika spielen dagegen weiterhin eine untergeordnete Rolle. Auch Brasilien, das als Teil der BRICS-Staaten häufig als Wachstumsmarkt genannt wird, gewinnt zwar für einige Familienunternehmen an Bedeutung, schafft aber nicht den Sprung in die Top-Ten. Die häufig zitierten Absatzmärkte der sogenannten Next-Eleven-Staaten werden nur für ganz wenige Familienunternehmen zu einem der bedeutendsten Absatzmärkte in den nächsten drei Jahren.

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