Elektroauto soll auch privat gefördert werden

In Zukunft soll man sein Elektroauto an europaweit zwei Millionen Ladestationen aufladen können. Für den Ausbau des Netzes will die Regierung auch private Projekte fördern.

Sein Elektorauto soll man in Zukunft auch an privaten Ladestationen laden können. Die europäischen Regierungen wollen finanzielle Mittel für private Projekte zum Bau von Ladestationen bereitstellen. Damit soll die Einführung von Elektrofahrzeugen gefördert werden. Die Zahl der öffentlichen Ladestationen soll von weniger als 10.000 im Jahr 2010 auf fast zwei Millionen öffentliche Ladestationen im Jahr 2017 anwachsen. Davon werden drei Prozent mit schnellen und induktiven Gleichstrom-Ladekonzepten ausgestattet sein. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

Lokale Verwaltungen setzen auf das Elektroauto

Dieser Anstieg ist zum Großteil auf Initiativen lokaler Verwaltungen zurückzuführen, einschließlich zahlreicher Initiativen, die auf die verstärkte Erweiterung der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge abzielen. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos ist nun die Hauptaufgabe, nachdem der Trend zum Elektroauto unumkehrbar ist.

„Die europäischen Regierungen sollen in den nächsten sieben Jahren circa 700 Millionen Euro für Ladestationen im Budget vorsehen“, erklärt Sanketh Gudur, Research Analyst bei Frost & Sullivan. „Dies wird einer der Haupttreiber des exponentiellen Wachstums der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sein.“

Die für die nächsten sieben Jahre geplanten Investitionen in Ladeinfrastruktur in Europa belaufen sich auf circa fünf Milliarden Euro. Das Verhältnis von Elektroauto zu Ladestation beträgt in Europa derzeit 2,5 und soll bis 2017 auf 1,8 absinken. Die Wachstumsrate der öffentlichen Ladeinfrastruktur ist vor allem aufgrund der Initiativen von lokalen Verwaltungen in verschiedenen Ländern sehr hoch.

„Kommunalverwaltungen stellen Kunden für den Kauf von Elektrofahrzeugen eine Reihe von Anreizen zur Verfügung“, berichtet Gudur. „Es kann sich hierbei um Kaufpreisrabatte handeln, Steuerbegünstigungen bzw. Steueraussetzung oder andere Vorteile wie die Ausnahme von der City-Maut, Gratisparken und die Nutzung von speziellen Fahrspuren und ähnliches.” Es gibt zahlreiche andere Initiativen, wie zum Beispiel die Inangriffnahme des Aufbaus der Infrastruktur, der von Regierungen finanziert werden könnte. Die französische Regierung hat zum Beispiel 400 Millionen Euro für Infrastruktur bereitgestellt.

Schnellladung mit Gleichstrom

„Der Bau und die Installation einer einzelnen Ladestation kann bis zu 6.000 Euro kosten. Dies bedeutet, das beträchtliche Investitionen erforderlich sind, um eine ganze Stadt mit Ladestationen auszustatten“, so Gudur weiter. „Bei einer Ladezeit von sechs bis acht Stunden wären außerdem zusätzliche Ladestationen notwendig, um eine kontinuierliche Verfügbarkeit gewährleisten zu können.“

Eine Schnellladung der Akkus kann bei der Lösung dieses Problems helfen. Diese Methode ist jedoch zurzeit relativ teuer und nicht weitgehend verfügbar. Außerdem soll es bei der Handhabung durch den Kunden Sicherheitsprobleme geben. „Die Einführung von Ladekonzepten, wie Gleichstrom-Schnellladung ist jedoch entscheidend, um eine drastische Verringerung der Ladezeit herbeizuführen“ bemerkt Gudur. „Eine DC/DC-Ladestation (Anm. d. Red. DC/DC bedeutet Gleichstrom) könnte außerdem unter Umständen ihren Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen selbst herstellen und so einen zusätzlichen Vorteil bieten.“

Kommentare

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  1. Gero Keunecke sagt:

    Verblüffend, wie sehr hier in eine Technologie investiert wird, deren Praxistauglichkeit derzeit noch kaum gegeben ist. Für ein Stadtverkehrs-Stromer sind mal schnell 30.000 Euro und mehr fällig, und woher der getankte Strom stammt, kann doch nur der mit Gewissheit sagen, der eine direkte Leitung von seinem solarzellenbesetzen Hausdach runter in die Garage gelegt hat. Jeder andere Elektrodriver tankt eine bunte Mischung aus konventionell und regenerativ erzeugtem Strom, ganz gleich, was ihm der jeweilige Versorger weismachen will. Fraglich ist, warum nicht auf verbrauchsarme Fahrzeuge gesetzt wird. Schon jetzt existieren komfortable Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, die rings um einen Liter auf 100 km verbrauchen. Sie würden ohne Infrastrukturwandel ad hoc betrieben werden können, hätten aufgrund kurzer Tankzeiten kein Reichweitenproblem und führen zur Not auch mit ner Flasche Sonnenblumenöl aus dem Discounter.

    700 Millionen für Ladesäulen? Dann doch lieber ne bemannte Mondmission.