Erneuerbare Energien in den USA als Chance für deutsche Unternehmen

Der Bereich der Erneuerbaren Energien wächst auch in den USA. Doch dort herrschen andere Gesetze: nicht in allen Bundesstaaten sind die Voraussetzungen optimal.

Erneuerbare Energien haben in den USA wachsenden Erfolg. Vor allem in den Bereichen Photovoltaik und Onshore-Windkraft. So rechnet die Hälfte der befragten Unternehmen mit einem jährlichen Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent in den nächsten fünf Jahren. Im gleichen Zeitraum erwartet jedes zweite Unternehmen über zehn Prozent mehr Beschäftigte pro Jahr. Von dieser positiven Entwicklung der Erneuerbaren Energien in den USA können auch deutsche Greentech-Unternehmen erheblich profitieren. Das sind die zentralen Ergebnisse der neuen Studie „German American Renewable Energy Outlook“ der Strategieberatung Roland Berger und den Deutsch-Amerikanischen Handelskammern. Die Studie basiert auf einer Erhebung unter mehr als 140 US-Unternehmen und deutschen Firmen mit Niederlassungen in den USA.

Zu wenig Regulierung von Erneuerbaren Energien

Allerdings könnten das schwierige Wirtschaftsumfeld und die damit verbundene Kreditknappheit ein erhebliches Problem für viele Greentech-Unternehmen darstellen. Darüber sorgen sich jedoch eher amerikanische als deutsche Firmen. Den Deutschen bereitet das allgemeine Wirtschaftsumfeld weniger Sorgen als die unzureichenden politischen Maßnahmen zur Regulierung der Erneuerbaren Energien.

Die Entwicklung der Erneuerbaren Energien in den USA hängt sowohl von der bundesweiten Politik als auch von den einzelnen Bundesstaaten ab. Denn sie können durch entsprechende Gesetzesinitiativen und Förderprogramme dazu beitragen, dass „grüne“ Energie weiter an Gewicht gewinnt.

Die Umfrageteilnehmer wünschen sich, dass eine langfristige Energiepolitik auf Bundesebene festgelegt wird. Außerdem sollte die amerikanische Bevölkerung durch gezielte Maßnahmen besser über Erneuerbare Energien aufgeklärt werden. Zusätzlich plädieren die Befragten dafür, die Regulierungsmaßnahmen der einzelnen Bundesstaaten zu vereinheitlichen. Dieses Anliegen spielt vor allem für deutsche Firmen eine wesentliche Rolle, denn je nach Bundesstaat unterschiedliche Bestimmungen erschweren die geschäftlichen Beziehungen.

Bereits in den vergangenen Jahren ist der US-Markt für Erneuerbare Energien stark gewachsen. So wurde etwa die Energieerzeugungskapazität aus Photovoltaikanlagen von 1,2 Gigawatt (GW) im Jahr 2009 auf 2,1 GW im vergangenen Jahr erhöht. Auch die Energieerzeugungskapazität aus Windkraftanlagen wurde deutlich ausgebaut: von 35 GW im Jahr 2009 auf 40,2 GW im Jahr 2010. In den nächsten Jahren dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Mehr Angestellte in Green-Tech Unternehmen

Dazu wird auch die Preisentwicklung der grünen Energie beitragen. Denn obwohl die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien heute noch kostenintensiver ist als aus Kohle, wird erwartet, dass sich beispielsweise der Preis für Solarenergie in den nächsten Jahren angleichen wird.

Die aktuelle Marktentwicklung der Erneuerbaren Energien in den USA wird auch positive Auswirkungen auf den Personalbestand der Branche haben. So gehen 30 Prozent der Entscheider in den Unternehmen davon aus, dass das nächste Jahr mehr als zehn Prozent Neueinstellungen bringen wird. Die Zuversicht der befragten Unternehmen in die weitere Entwicklung des Marktes für Erneuerbare Energien basiert auf der Erwartung, dass sich der Energiemix in den USA sowohl kurz- als auch langfristig erheblich verändern wird. Demnach werde die Energieversorgung verstärkt von Kohle auf Erdgas, Solar- und Onshore-Windenergieanlagen umgestellt.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.