Allein-Eigentümer werden zur seltenen Spezies

Nur mehr 15 Prozent der Manager im Mittelstand sind auch die Eigentümer des Unternehmens. Frauen sind bei den jungen Führungskräften auf dem Vormarsch.

Nur 15 Prozent der Chefs im Mittelstand sind Allein-Eigentümer. Jede zweite Führungskraft im Mittelstand ist angestellter Manager ohne eigene Unternehmensanteile. Zudem führen zwei Drittel aller Führungskräfte im Team, über ein Drittel ist jünger als 45 Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Commerzbank.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig

Mit 37 Prozent seien die Frauen besonders stark unter den Nachwuchsführungskräften unter 30 vertreten. „Wenn es den Firmen gelingt, den gut ausgebildeten Frauen während und nach der Familienzeit Perspektiven zu bieten, kann die Frauenquote im Mittelstand noch weiter steigen“, so Markus Beumer von der Commerzbank. Dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hier ein wichtiger Faktor ist, sehen viele Unternehmen und wollen daran arbeiten. Gesonderte Aktivitäten für den Führungsnachwuchs und gezielte Maßnahmen, um die Frauen im Unternehmen zu fördern, stehen dagegen seltener auf der Agenda.

In der Regel sind die weiblichen Geschäftsführer angestellt. Aber auch die Zahl der Frauen unter den Alleingeschäftsführern und Eigentümern liegt mit 15 Prozent auf einem hohen Niveau. Im Tagesgeschäft verantworten die Frauen nicht nur das Personalwesen (85 Prozent), sondern häufig auch andere zentrale Aufgabenfelder wie Controlling (72 Prozent) oder Finanzen (71 Prozent). Vertrieb (37 Prozent) und technische Bereiche wie Entwicklung (15 Prozent) und Produktion (acht Prozent) sind dagegen nach wie vor von Männern geprägt. Der Blick auf die Branchen zeigt ein ähnliches Bild. Deutlicher Nachholbedarf herrscht in technischen Zukunftsbranchen wie Logistik, Maschinenbau und der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Eine Frauendomäne ist noch immer das Gesundheitswesen.

Im Gegensatz zu den Dax-Konzernen sind 20 Prozent aller Top-Führungspositionen in mittelständischen Firmen ab 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz mit Frauen besetzt. Selbst im großen Mittelstand mit über 100 Millionen Euro Jahresumsatz liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte bei 18 Prozent.

Kommunikation muss klar erfolgen

Im Bezug auf das Selbstbild schätzt sich nur jeder vierte als Visionär ein, und lediglich 19 Prozent sehen sich als Charismatiker. Dabei sind Charisma und visionärer Weitblick in der Führung motivierend und Erfolg versprechend. Das zeigen die Geschäftsführer wirtschaftlich besonders erfolgreicher Firmen.

In Bezug auf die Mitarbeiterkommunikation kam die Studie zu folgenden Ergebnissen: Fast alle Geschäftsführer befürworten eine Politik der offenen Tür und informelle Gespräche auf dem Flur. 87 Prozent setzen auf ständige Erreichbarkeit per E-Mail und Telefon – für die Kommunikation mit den Mitarbeitern an der Basis. Jedoch zeigt sich auch, dass nicht mehr, sondern klarer kommuniziert werden muss. Jede dritte Führungskraft ist der Meinung, Mitarbeiter gelegentlich sowohl zu über- als auch zu unterschätzen. Knapp die Hälfte der Chefs ist nicht eindeutig genug in ihren Anweisungen. „Führung ist für sich betrachtet eine Managementaufgabe, die sehr stark mit Kommunikation verbunden ist und im Geschäftsalltag leicht ins Hintertreffen geraten kann. Dabei ist Kommunikation auch ein Erfolgsfaktor der Führung – ganz unabhängig von Größe oder Branche“, so Markus Beumer zu diesem Ergebnis.

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