Brennstoffzelle erobert neue Märkte

Die Energiewandler-Technologie wird immer markttauglicher. Ein großzügiges Investitionspaket der Regierung in Zusammenarbeit mit der Industrie unterstützt diese Entwicklung.

Regierung und Industrie investieren verstärkt in die Erforschung der Brennstoffzellen-Technologie. Aus gemeinsamen Entwicklungsprojekten sollen marktfähige Produkte entstehen, die insbesondere das Segment „Spezielle Märkte“ erobern sollen. Die Speziellen Märkte eine Schlüsselrolle bei der Etablierung der Brennstoffzellentechnologie in Deutschland. Sie sind der Rahmen für neue Wertschöpfungsketten zwischen den Unternehmen der Brennstoffzellen-Industrie. Das geht aus einer aktuellen Studie des Technologiezentrums des Vereins deutscher Ingenieure (VDI) im Auftrag des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Gesicherte Forschung

Die Bundesregierung und Industrie stellen für Forschung, Entwicklung und Demonstrationsvorhaben bis zum Jahr 2016 insgesamt 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Den gemeinsamen Rahmen bietet dabei das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzelle (NIP).
Die öffentlich-private Partnerschaft ist auf zehn Jahre angelegt. Zielvorgabe ist: In den Entwicklungsprozess sollen möglichst viele Industrieunternehmen, mittelständische Betriebe, Anwender und Forschungseinrichtungen einbezogen werden.

Zu Beginn sollen die Aktivitäten an ausgewählten Standorten (Clustern) konzentriert werden, um sie dann nach und nach weiter auszudehnen und – auch international – miteinander zu vernetzen. Die gemeinsame Benutzung von Infrastrukturen und der Erfahrungsaustausch helfen dabei, Synergien zu nutzen und eine ineffektive Aufsplitterung der staatlichen Förderung zu vermeiden.

Der Begriff der Speziellen Märkte umfasst insbesondere den Einsatz der Brennstoffzellen für Notstromversorgung, Lagertechnikfahrzeuge (z. B. Gabelstapler, Flughafenschlepper), elektrische Leichtfahrzeuge und Boote, Bordstromversorgung (Freizeitboote, Wohnmobile) sowie Kleinstanwendungen auf der Basis von Mikrobrennstoffzellen.

Chancen für die Zukunft

Für das Jahr 2017 wird ein globaler Markt für Brennstoffzellen von über 8,6 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Den größten Anteil am Weltmarkt haben Brennstoffzellen für die stationäre Stromversorgung (43 Prozent), gefolgt von dem Markt für Brennstoffzellen in Speziellen Märkten (38 Prozent). Der Weltmarkt für Brennstoffzellen in Speziellen Märkten, der von 140 Millionen US-Dollar im Jahr 2009 auf 3,2 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 ansteigen soll, wird von dem größten Marktsegment der Notstromversorgung beherrscht (56 Prozent). Die weiteren größeren Bereiche stellen Brennstoffzellen für die Lagertechnik (15 Prozent) und Mikrobrennstoffzellen (elf Prozent) dar.

Deutschland ist bei der Brennstoffzellentechnologie in Europa führend. Die im Bereich der Speziellen Märkte identifizierten 107 Unternehmen in Deutschland teilen sich wie folgt auf die verschiedenen Marktsegmente auf: Die meisten Unternehmen sind derzeit in den Marktsegmenten Notstromversorgung (25 Prozent) und Mikrobrennstoffzelle (21 Prozent) tätig.

Über frühe Märkte werden Vertriebsstrukturen aufgebaut, die für die Markteinführung von Nachfolgeprodukten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden können. Die frühen Märkte haben zudem einen starken Einfluss auf die Imagebildung der Technologie bei Verbrauchern, Unternehmen und Politik.

BU: Brennstoffzellenbetriebenes „Bogie Car“ in Blackpool / England
Foto: Ingy

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