Ehec: Zahl der schweren Erkrankungen durch Darmkeim steigt

Ernste Lage: Vor allem in Norddeutschland sollen Verbraucher keine rohen Gurken, Tomaten oder Salat essen, raten die Gesundheitsbehörden. - Die Quelle der Erreger ist noch nicht gefunden worden.

Der Darmkeim EHEC breitet sich in Deutschland weiter mit hoher Geschindigkeit aus. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete einen deutlichen Anstieg der schweren Erkrankungen durch den Erreger, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Die Behörden suchten derweil unter anderem mit einem neuen Schnelltest fieberhaft nach der Ursache für den Ausbruch. Die Zahl der beim RKI gemeldeten Fälle des von dem Erreger ausgelösten sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) stieg innerhalb eines Tages von 373 auf mindestens 470.

Das HUS ist die schwere Komplikation bei einer EHEC-Infektion und kann zu akutem Nierenversagen führen. Es wurde bekannt, dass in Niedersachsen erneut eine Frau den Folgen des HU-Syndroms erlag. Bundesweit starben damit bislang nach Angaben der Gesundheitsbehörden der Länder mindestens 16 Patienten nach einer Infektion mit dem Erreger.

Senatorin verteidigt Warnung vor spanischen Gurken

Auch in Hamburg, dem Schwerpunkt der beispiellosen Infektionswelle, stieg die Zahl der EHEC-Erkrankungen weiter. In der Hansestadt lag nach Angaben der Gesundheitsbehörde bis Mittwoch bei 688 Patienten eine EHEC-Infektion oder ein Verdacht darauf vor. Die Zahl der HUS-Fälle stieg innerhalb eines Tages um 14 auf 124. Die Situation bleibe besorgniserregend, erklärte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

Die Senatorin verteidigte zudem den Hinweis auf den Fund von EHEC-Erregern auf auf spanischen Gurken. Dies bleibe auch in der Rückschau „richtig und notwendig“, erklärte Prüfer-Storcks. Es hatte sich herausgestellt, dass die entdeckten Erreger auf zwei der drei aus Spanien stammenden Gurken nicht mit dem für den derzeitigen Ausbruch verantwortlichen Keim-Typ übereinstimmten.

Am Mittwoch liefen im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weitere Tests. Die Gesundheitsbehörden raten den Verbrauchern, vorsichtshalber vor allem in Norddeutschland keine rohen Gurken, Tomaten oder Salat zu essen.

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