Ehec gefährdet die Existenz von Gemüsebauern

Neben den erkrankten Personen, leiden landwirtschaftliche Betriebe unter den Folgen der Ehec-Welle in Deutschland. Sie hoffen auf eine schnelle Aufklärung der Ursache.

„Auf den Höfen kann sich der Schaden sehr unterschiedlich auswirken“, sagt Walter Hollweg von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Bei kleineren Betrieben liegen die täglichen Verluste derzeit im vierstelligen Bereich. Bei den größten Gemüseproduzenten in Niedersachsen erreichen die Einbußen Tag für Tag fünfstellige Summen. „Sicherlich ist die derzeitige Lage für einige Betriebe existenzgefährdend, kein Betrieb hält so etwas lange aus“, sagt Hollweg

Niedersachsen ist einmal mehr in den Verdacht geraten, die Quelle für den aktuellen Ehec-Keim zu sein. Diesmal weisen die Indizien auf einen Betrieb im Kreis Uelzen hin, der Gemüsesprossen produziert.

Imageschaden

Neben dem materiellen Schaden, leidet auch das Image der Bauern. In den Supermärkten werde vermehrt darauf geachtet, woher das Gemüse kommt. So bleibt hauptsächlich Ware aus Norddeutschland in den Regalen liegen. Die Hoffnung der Bauern liegt in einer raschen Aufklärung der Ehec-Quelle, damit die Konsumenten wieder Vertrauen fassen. So könne der Verlust für die landwirtschaftlichen Betriebe eingedämmt werden und die Einbußen beim Verkauf der aktuellen Ernte würden möglichst gering ausfallen.

Die Landwirtschaftskammern haben in der Vorwoche einen Brief an die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner gerichtet, in dem sie das Verhalten des Robert-Koch- Instituts (RKI) kritisieren. „Die Bevölkerung müsse natürlich informiert und geschützt werden. Bei Appellen sollte man allerdings vorsichtig sein und vorher prüfen, ob sie gerechtfertigt sind. Denn viele Betriebe sind dadurch in existenzielle Not geraten“, kommentiert Hollweg das Verhalten des RKI.

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