Risk Management der Deutschen im Ausland oft dilettantisch

International Management: Risikomanager müssen in Krisensituationen Unternehmensprozesse schnell und sicher in den Griff bekommen. Aber vor allem im Auslandsgeschäft gelingt das nicht immer und wird oft dilettantisch durchgeführt. So wird das Leben von Mitarbeitern oder auch hohe Sachwerte in den Auslandsstandorten in Gefahr gebracht. Corporate Trust hat die schwersten Fehler zusammengefasst. Eine Auswahl.

Blindflüge – Der Aussage „unser lokaler Geschäftspartner sagt uns, es sei sicher“, sollte man nicht vertrauen. Laut den Sicherheitsexperten von Corporate Trust sind lokale Joint-Ventures zwar stark motiviert, mit deutschen Partnern viele Geschäfte zu machen. Aber die ausländischen Vertreter am Standort bewerten Risiken oft unterschiedlicher, als dies durch eine „deutsche Brille“ erfolgen würde. Hinzu kommt, dass den Partnern vor Ort der Blick für die Gesamtsituation des deutschen Unternehmens fehlt.

Lokale Tochter oder Niederlassung übernimmt das Krisenmanagement – Das Krisenmanagement sollte mit einem einheitlichen Gesamtblick auf das Unternehmen und konstanter Professionalität erfolgen. Deshalb bietet sich ein zentraler Krisenstab in der Zentrale in Deutschland an.

Inkompetenz – „Unsere Manager können die Situation handlen“ – Auch diese vorschnelle Aussage führt zu Fehlern und ernste Gefährdung von Menschen und Sachen. Manager sind oft auf bestimmte Unternehmensbereiche spezialisiert. Ihnen fehlt der Blick von oben auf alle Bereiche des Unternehmens, die von Krisensituationen betroffen sind. Zudem fehlt ihnen im „Handlen“ von Extremsituationen die Erfahrung. Zum Beispiel erfordern Fälle von Industriespionage, Entführungen oder Pandemien besonderes Wissen und bestimmte Vorgehensweisen. Auch hier ist ein eingespielter Krisenstab von Vorteil. Dieser sollte am besten schon Varianten von Krisensituationen geübt haben und Checklisten für die ersten Schritte nach dem Einbruch der Krisensituation erstellt haben.

Naivität – Obwohl Firmen langjährige Erfahrung im Ausland vorweisen und sich zu oft darauf verlassen, schützt sie das zum Beispiel nicht vor Entführungen, Pandemien, Erdbeben oder Terroranschlägen.

Selbstgefälligkeit – „Wir wissen, wie man weltweites Business macht.“ – Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und das Geschäftsgebaren folgen in verschiedenen Ländern unterschiedlichen Regeln. Risikomanager müssen sich immer wieder detailliert mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzen und die Besonderheiten der Region erkennen. Wirtschaftlicher Erfolg schützt nicht gegen Störungen durch zum Beispiel organisierte Kriminalität, terroristische Attacken oder Naturkatastrophen.

Ignoranz – „Der Bereich Recht und die Revision decken das ab.“ – Zu oft werden nur rechtliche und finanzielle Risiken bei Auslandsgeschäften analysiert. Andere Faktoren, die sich nicht in den Verträgen oder Bilanzen erkennen lassen wie zum Beispiel wackelige politische Rahmenbedingungen, können eine viel größere Bedrohung darstellen. Risikomanager sollten wissen, welche Signale außerhalb von Verträgen und Bilanzen beobachtet werden müssen, um Schaden vom Unternehmen fernzuhalten.

Unterschätzen der langfristigen Konsequenzen – Weil wirtschaftliche Aktivitäten und Entscheidungen teilweise nur auf Basis kurzfristiger Quartalszahlen getroffen werden, spielen Bestechung und Korruption immer noch eine große Rolle. Dies ist nicht nur illegal, sondern kann das Unternehmen auch nachhaltig schädigen, wenn sich auf Dauer schlechte Geschäftspraktiken einspielen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 16 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Herbert Alert sagt:

    Das ist doch Bloedsinn. die wollen doch nur geschaefte machen.
    H. Alert

  2. Herbert Alert sagt:

    Das ist doch Bloedsinn. die wollen doch nur geschaefte machen.
    H. Alert