Ehec: Mehr als 80 Prozent des Gemüses in Baden-Württemberg ist unverkäuflich

Die Obst- und Gemüseerzeuger in Baden-Württemberg leiden derzeit massiv unter den Verkaufsrückgängen in Folge der Ehec-Epidemie. Von den zuständigen Behörden fordert er eine bessere Kommunikation mit den Erzeugerverbänden.

Nur noch zehn bis zwanzig Prozent unserer Ware ist verkäuflich, sagt Alfred Pfister, stellvertretender Geschäftsführer von Marktkontor Obst und Gemüse e.V., im Gespräch mit den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Ausgerechnet zur Haupterntezeit von Gurken, Salat und Tomaten bricht die Ehec-Krise über die deutschen und europäischen Bauern herein. In den größten Erzeugerländern beträgt, laut Pfister, der Umsatzschaden bereits 400 Millionen Euro. Die tatsächliche Schadensumme schätzt er auf 600 Millionen Euro und täglich werde es mehr.

Die Schuld an der Verschärfung der Lage sieht er auch bei der Kommunikation der Bundesinstitutionen mit den Verbänden, die die Gemüse- und Obstproduzenten vertreten. Zwischen der ersten Häufung von Ehec-Fällen und der Informierung von Öffentlichkeit und Produzenten lag über eine Woche. Wäre die Informationspolitik anders gewesen, hätten bereits ab Mitte Mai gezielt auf Ehec getestet werden können, sagt Pfister.

Wären die Tests früher durchgeführt worden, wäre auch die Spurensuche nach dem Erreger möglicherweise erfolgreicher gewesen. „Ich glaube nicht, dass der Erreger überhaupt noch gefunden wird“, sagt Pfister. Deshalb solle für die Zukunft eine bessere Informationsstrategie festgelegt werden. Eine zentrale Stelle zur Informationsweitergabe auf Bundesebene wäre sinnvoll. Auch seien die Fragebögen für Ehec-Patienten unvollständig gewesen, was wahrscheinlich zur Verdächtigung von Gurken, Tomaten und Salat geführt hätte, während andere, mögliche Quellen nicht berücksichtigt wurden.

Die Verbände fordern eine umfassende Entschädigung der Erzeuger. Die 150 Millionen Euro, wie sie von der EU vorgeschlagen werden, würden nur einen Bruchteil der tatsächlichen Schäden abdecken. Bleibt eine umfassende Entschädigung für die Gemüseproduzenten aus, könnte das zu einer Insolvenzwelle führen. Denn ohne eine Sicherheit, werde es auch für Banken schwierig, die Zahlungsfähig der Betriebe durch Kredite aufrechtzuerhalten.

Das nichtverkaufte Gemüse wird nun alternativ verwertet. Während zu dieser Zeit in normalen Jahren Tomaten, Gurken und Salat schon verkauft sind, bevor sie im Lager ankommen, ist die Lage momentan genau umgekehrt. Nach einer Lagerzeit von zwei Tagen muss die Ware wieder aus den Lagern geräumt werden. Salatgurken und Tomaten aus Baden-Württemberg werden etwa in Biogasanlagen verwertet. Der unverkäufliche Salat wird auf den Feldern untergefräst.

Aigner fordert von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner eine möglichst schnelle Entwarnung auf Basis der bisher durchgeführten Testergebnisse. Denn bislang fielen alle Auswertungen durchwegs negativ aus, der Verzehr von deutschem Obst und Gemüse sei laut derzeitigem Stand unbedenklich.

Kommentare

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  1. Karl Beck sagt:

    Die Schweine müssen erst von ihrem mit Nitrat eigen belasteten Wasser an Blausucht verenden, bis denen da oben ein Licht aufgeht.
    Wie auch der ehec Erreger entsteht, so wird Er auch auf biologischem Weg wieder abgebaut werden.
    Aber warum sollen nur die Tiere verenden, auch die Menschenheit wird bestraft!

  2. Karl Beck sagt:

    Die Schweine müssen erst von ihrem mit Nitrat eigen belasteten Wasser an Blausucht verenden, bis denen da oben ein Licht aufgeht.
    Wie auch der ehec Erreger entsteht, so wird Er auch auf biologischem Weg wieder abgebaut werden.
    Aber warum sollen nur die Tiere verenden, auch die Menschenheit wird bestraft!

  3. Karl Beck sagt:

    Die Schweine müssen erst von ihrem mit Nitrat eigen belasteten Wasser an Blausucht verenden, bis denen da oben ein Licht aufgeht.
    Wie auch der ehec Erreger entsteht, so wird Er auch auf biologischem Weg wieder abgebaut werden.
    Aber warum sollen nur die Tiere verenden, auch die Menschenheit wird bestraft!

  4. Karl Beck sagt:

    Die Schweine müssen erst von ihrem mit Nitrat eigen belasteten Wasser an Blausucht verenden, bis denen da oben ein Licht aufgeht.
    Wie auch der ehec Erreger entsteht, so wird Er auch auf biologischem Weg wieder abgebaut werden.
    Aber warum sollen nur die Tiere verenden, auch die Menschenheit wird bestraft!

  5. Väth,Hilde sagt:

    Warum untersucht man nicht endlich auch mal die Biogasanlagen und die anfallenden Restgärmassen auf ehec. Wahrscheinlich hat die Politik und die Biogaslobby doch Angst, dass da was gefunden wird?!

  6. Väth,Hilde sagt:

    Warum untersucht man nicht endlich auch mal die Biogasanlagen und die anfallenden Restgärmassen auf ehec. Wahrscheinlich hat die Politik und die Biogaslobby doch Angst, dass da was gefunden wird?!

  7. Väth,Hilde sagt:

    Warum untersucht man nicht endlich auch mal die Biogasanlagen und die anfallenden Restgärmassen auf ehec. Wahrscheinlich hat die Politik und die Biogaslobby doch Angst, dass da was gefunden wird?!

  8. Väth,Hilde sagt:

    Warum untersucht man nicht endlich auch mal die Biogasanlagen und die anfallenden Restgärmassen auf ehec. Wahrscheinlich hat die Politik und die Biogaslobby doch Angst, dass da was gefunden wird?!