Unternehmer setzen wieder auf Weiterbildung

Aber die Angebote auf dem Weiterbildungs-Markt sind noch nicht ausreichend.

Rund 38 Prozent der Unternehmen wollen ihren Mitarbeitern mehr Weiterbildung anbieten. Im vergangenen Jahr plante das nur jedes vierte und im Jahr davor sogar nur jedes zwölfte Unternehmen. 60 Prozent der Befragten wollen das bisherige Niveau halten. Nur zwei Prozent der Betriebe wollen weniger Weiterbildung anbieten (2009: 21 und 2010 sieben Prozent) Das ergibt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Allerdings gibt es beim Thema Weiterbildung deutliche Unterschiede nach Betriebsgrößen – bei den kleineren plant ein knappes Drittel ein größeres Weiterbildungsengagement, bei den großen Unternehmen sind es mehr als die Hälfte. Zugleich ist der Anteil der Unternehmen, die weniger Weiterbildung anbieten wollen, über alle Größen nahezu identisch, insbesondere kleinere Unternehmen behalten ihr Weiterbildungsengagement auf dem bisherigen Niveau bei.

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sieht im verstärkten Engagement für Weiterbildungen eine Reaktion der Betriebe auf die gute wirtschaftliche Entwicklung und den sich abzeichnenden Fachkräftemangel: „Unternehmen engagieren sich, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Deshalb haben sie schon in der Krise versucht, ihre Mitarbeiter zu halten, deshalb wollen sie ihre Belegschaften jetzt noch stärker qualifizieren.“

Großer Nachholbedarf beim Knowledge Management

Es sei aber auch wichtig, betonte Driftmann, dass die Mitarbeiter ebenfalls bereit seien, sich durch Weiterbildung beruflich fit zu halten: „Hier wünschen sich die Unternehmen noch mehr Interesse und Motivation.“

Weiterbildung ist laut Umfrage für die Betriebe das mit Abstand wichtigste Instrument, um trotz des Ausscheidens vieler Älterer wettbewerbsfähig zu bleiben. Fast 60 Prozent setzen darauf, die personellen Lücken mit Hilfe von Weiterbildung schließen zu können. Jedes dritte Unternehmen will mehr ausbilden. Aber nur nur drei Prozent der befragten Unternehmen sehen wegen der strikten Zuwanderungsregelungen und des hohen bürokratischen Aufwands Chancen in der Rekrutierung von Fachkräften aus dem Ausland. Hinzu kommt, dass die Rekrutierung aus dem Ausland in erster Linie jüngere Fachkräfte anspricht. Die kommen aber nicht sofort als Nachfolger für ausscheidende Ältere in leitenden Positionen in Betracht, sondern stehen eher am Anfang ihrer Karriere.

Für ein Drittel der Unternehmen ist die Wirtschaftlichkeit Hauptvoraussetzung für mehr Investitionen in die Weiterbildung. Dazu passt, dass ein knappes Viertel der Unternehmen mehr investieren würde, wenn es eine größere Zahl betriebsspezifischere und damit auch aus Sicht der Betriebe lohnenswertere Weiterbildungsangebote gäbe. Zudem erwartet jedes zehnte Unternehmen, dass es die Kosten für die Weiterbildung nicht alleine trägt und erwartet eine finanzielle Beteiligung der Mitarbeiter.

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