Mexiko baut auf Erneuerbare Energien

Der mexikanische Markt bietet Chancen für deutsche Berater und Biogas-Anlagenbauer.

Die mexikanische Regierung will den Anteil Erneuerbarer Energien an der Gesamtstromerzeugung des Landes bis zum Jahr 2012 auf 29 Prozent und bis zum Jahr 2025 sogar auf 35 Prozent erhöhen. Das berichtet Germany Trade & Invest. Als Quellen Erneuerbarer Energie gelten hier neben Photovoltaik, Windenergie, Biomasse und Geothermie auch große Wasserkraftwerke sowie die Kernenergie.

Für die Biomasse-Nutzung hat die mexikanische Regierung im Frühjahr diesen Jahres einen neu eingerichteten Fonds mit 17 Millionen US-Dollar ausgestattet, der vor allem den Schweinehaltern die Biogas-Nutzung erleichtern soll. Bei etwa 15 Millionen Schweinen im Land ließen sich nach Aussagen des Energieministers José Antonio Meade etwa 2,5 Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Beratungsunternehmen und Anlagenbauer dürften sich vor allem bei großen Schweinefarmen eröffnen, die ihre Biogas-Projekte an Kyoto-Emissions-Zertifikate koppeln können.

Gebremst wird die Entwicklung von Windparks in Mexico durch begrenzte Durchleitungskapazitäten sowie lokale Konflikte um Grundstücke. Dennoch wird die Zahl der Windenergie-Projekte weiter zunehmen, da die Technologie günstig ist.

Die mexikanische Regierung möchte die Erneuerbaren Energien fördern. Eine Einspeisevergütung wie in Deutschland gibt es aber noch nicht. Etwas Planungssicherheit bieten die vom staatlichen Strommonopolistens CFE (Comisión Federal de Electricidad) ausgeschriebenen Projekte, die einen Mindestabnahmepreis garantieren.

Große Nachfrage nach Erneuerbaren Energien in Mexiko

Der Hauptinvestor – das spanische Unternehmen Iberdrola – finanziert dezentrale Windparks, die in der Nähe der Industriezentren im Norden Mexikos errichtet werden sollen. Nach der Windkarte des CFE gibt es insgesamt ein Potenzial von etwa 70.000 MW für den Bereich Windkraft.

Inzwischen haben Unternehmen wie Walmart, Bimbo oder das Bergbauunternehmen Penoles Windpark-Projekte auf dem Plan. Hinzukommen sind finanzstarke Unternehmen, die auf den ersten Blick wenig mit der Branche Erneuerbare Energien zu tun haben. So will etwa Grupo Salinas, die im mexikanischen Fernsehen eine starke Stellung hat und ein Telekommunikationsunternehmen betreibt, in die Windenergie-Entwicklung einsteigen.

Da die Strompreise für Unternehmen in Mexiko relativ hoch liegen, suchen immer mehr Firmen nach Möglichkeiten der Selbstversorgung und die Koppelung an Kyoto-Emissions-Zertifikate, um dadurch einen Zusatzverdienst zu erzielen.

Mit zwei Kernkraftreaktoren am Standort Laguna Verde und vielen Großwasserkraftwerken lag das Land nach Angaben des mexikanischen Energieministeriums schon im Jahr 2010 bei etwa 27 Prozent der Stromkapazitäten des Landes.

Der Staatsmonopolist CFE plant eine Reihe von Projekten, die von unabhängigen Erzeugern betrieben werden sollen. Derzeit errichtet CFE Windparks mit einer Kapazität von 506 MW im Landstrich Isthmus von Tehuantepec, der als einer der günstigsten Standorte für Windgeneratoren weltweit gilt. Weitere 1.500 MW sind in der Nähe des Isthmus sowie in den Bundesstaaten Tamaulipas, Baja California und Nuevo Leon geplant. Zusätzlich sind geothermische Kraftwerke mit 54 MW im Bau.

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