Gehälter in Marketing und Vertrieb steigen um zwei Prozent

Für Vertrieb und Marketing gilt: Der Anteil der variablen Vergütung wird höher. Und: Hohe Bildungsgrade garantieren bessere Bezahlung. Doch auch ohne Hochschulabachluss kann man 146.000 Euro verdienen.

Manager in Marketing und Vertrieb freuen sich über stetig wachsende Gehälter: Um zwei Prozent haben Unternehmen im Zeitraum von 2009 bis 2010 Grundgehälter erhöht. Auch von 2010 auf 2011 werden zwei Prozent an Steigerungsrate gemessen. Das sind die Kernergebnisse der Kienbaum-Studie zur Vergütung von Fach- und Führungskräften in Marketing und Vertrieb. Die Berater werteten Daten von knapp 500 Unternehmen und 5.250 Einzelpositionen aus.

Die variable Vergütung wird immer wichtiger. Insgesamt steigt der Anteil der variablen Vergütung im Vergleich zum letzten Jahr 2010 weiter an. Erhielten im vergangenen Jahr 2010 noch 88 Prozent der Führungskräfte und 80 Prozent der Fachkräfte Bonuszahlungen, sind es in diesem Jahr 2011 schon 90 beziehungsweise 85 Prozent. Die größte Rolle spielt die variable Vergütung wie immer im Außendienst. Nur acht Prozent bekommen hier ein Festgehalt ohne Bonuszahlungen.

Insbesondere im Marketing steigt der Anteil der variablen Vergütung: Machte der Bonus bei Führungskräften im Marketing im letzten Jahr 2010 noch durchschnittlich 18 Prozent der Gesamtvergütung aus, so sind es in diesem Jahr bereits 21 Prozent. Deutliche Anzeichen dafür, dass der Trend hin zu einer stärkeren Betonung der individuellen Leistung geht.

Am wenigsten verdienen Junior-Produktmanager

Die Leiter im Marketing und Vertrieb verdienen am meisten. Die Leiter des Gesamtbereichs Marketing und Vertrieb sind mit durchschnittlichen Jahresgesamtbezügen von 147.000 Euro die Spitzenverdiener, gefolgt von Vertriebsleitern mit 139.000 Euro. Am wenigsten verdienen Junior-Produktmanager mit 49.000 Euro. Die Spanne der Gesamtbezüge in Marketing und Vertrieb ist insgesamt sehr groß: Bei Führungskräften reicht sie von weniger als 50.000 Euro bis weit mehr als 300.000 Euro, bei Fachkräften von weniger als 30.000 bis mehr als 200.000 Euro.

Je größer die Verantwortung, desto höher ist die Vergütung. Mit der Unternehmensgröße steigt in der Regel auch das Gehalt: Ein Unternehmen mit 100 bis 250 Beschäftigten zahlt einem Vertriebsleiter beispielsweise im Schnitt jährlich etwa 129.000 Euro, so die Kienbaum-Experten. In einem Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern sind es hingegen schon 187.000 Euro. Bei den obersten Führungskräften nimmt mit der Unternehmensgröße der Verantwortungsumfang des Einzelnen zu. Das bildet die Vergütung dieser Führungskräfte ab.

Eine große Rolle spielt die Bildung. Absolventen von Fachhochschulen, Technischen Hochschulen oder Universitäten erhalten meist höhere Gehälter als Mitarbeiter ohne einen Hochschulabschluss. Die formal höhere Qualifikation eröffnet Zugangschancen zu den besser dotierten Positionen. Die höchsten Bezüge werden von Mitarbeitern erzielt, die einen Fachhochschul- beziehungsweise Universitätsabschluss haben.

Laut Kienbaum-Experten haben aber auch diejenigen Chancen auf ein hohes Gehalt, die nicht studiert haben: Besonders im Vertrieb haben Realschul- und Hauptschulabsolventen gute Karriereperspektiven. Als Vertriebsleiter kann ein Mitarbeiter mit diesen Voraussetzungen zum Beispiel bis zu 146.000 Euro im Jahr verdienen.

Im Vertrieb sind Firmenwagen weit verbreitet. Etwa vier Fünftel der Führungs- und Fachkräfte in diesem Bereich fahren einen Dienstwagen. Im Außendienst und bei den Top-Verkäufern sind es sogar 92 Prozent. Im Marketing kommen etwa die Hälfte der Führungskräfte und 40 Prozent der Fachkräfte in den Genuss eines Firmenwagens.

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