Stuttgart 21: Bahn wartet mit Auftragsvergaben

Die Deutsche Bahn rechnet mit Schäden in Höhe zweistelliger Millionenbeträge, wird es zu einer weiteren Unterbrechung der Bauarbeiten von Stuttgart 21 kommen. Bauaufträge für den Bahnhof sind allerdings nur wenige vergeben.

Laut der Bauwirtschaft Baden-Württemberg hält sich die Deutsche Bahn noch bedeckt, was die Auftragsvergaben für die Bauarbeiten am Bahnhof Stuttgart betrifft. Bis jetzt sind erst Aufträge für das Wassermanagement und die Arbeiten an den Gleiskörpern im Umfeld des geplanten Bahnhofs vergeben. Die Arbeiten zur nötigen Verlängerung der Bahnsteige und zur Anpassungen am Gleiskörper wurden trotz Baustopps weiterbetrieben. Nach der Auflösung der Demonstration am Dienstag wird auch am Baustellengelende weitergearbeitet.

Doch die neuaufgenommenen Bauarbeiten könnten bald wieder unterbrochen werden. Denn beim Wassermanagement bahnen sich bereits die nächsten Probleme für das Bahnprojekt an. Durch die Bauarbeiten werde eine Verdopplung der erlaubten Grundwasserentnahmen notwendig, das berichtet die Stuttgarter Zeitung. Die Deutsche Bahn gehe davon aus, dass es dazu kein neues Planfeststellungverfahren brauche. Trotz widersprüchlicher Angaben der Bahn, hat sie bereits selbst für Teilabschnitte ein solches Verfahren beantragt. Allerdings solle dabei nicht die statische Veränderung der Wasserentnahme überprüft werden, sondern nur wasserrechtliche Fragestellungen. Von der Landesregierung beauftragte Juristen bezweifeln allerdings, dass dies ausreiche. Es müsse auch überprüft werden, ob das übermäßige abpumpen des Wassers Einfluss auf die umliegenden Gebäude, den Baumbestand oder eine im Boden befindliche Mineralwasserquelle hätte. Statt der erlaubten drei Millionen Kubikmeter Wasser sollen fast sieben Millionen Kubikmeter beziehungsweise sieben Milliarden Liter Wasser abgepumpt werden.

Das könnte auch Einfluss auf die Statik umliegender Bauwerke, wie dem Hauptbahnhof, dem Königin-Katharina-Stift und den beiden Stadttheatern haben. Die Grünen befürchten, dass die Trockenlegung des Bodens, zu einer Absenkung schwerer Gebäudeteile führen könnte. Werde es zu einem Planänderungsverfahren kommen, könnte das die Bauarbeiten wieder für Monate unterbrechen. Ob die Bahn weitere Bauaufträge vor dem geplanten Volksentscheid zu Stuttgart 21 im Oktober vergibt, ist noch nicht klar.

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