RKI untersucht, wie lange Ehec bei Infizierten nachgewiesen werden kann

Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin wollen jetzt herausfinden, wie lange der Ehec-Erreger bei Trägern nachgewiesen werden kann. Einer Verbreitung des Erregers wird vorgebeugt, wenn Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

„Das Robert Koch-Institut in Berlin (RKI) hat eine entsprechende Studie begonnen, in der untersucht wird, wie lange der Erreger bei Trägern nachgewiesen werden kann“, erklärt Susanne Glasmacher, Pressesprecherin vom Robert Koch-Institut in Berlin.

„Eine über das Krankheitsstadium hinausgehende Ausscheidung von Erregern ist also zumindest bei einem Teil der Infizierten möglich und anzunehmen“, erklärt Susanne Galsmacher. Einer guten Sanitär- und Küchenhygiene komme deshalb besondere Bedeutung zu.

„Aus früheren Erkenntnissen über EHEC-Infektionen ist bekannt, dass die Dauer der infektiösen Ausscheidung von verschiedenen Faktoren wie z.B. Alter oder Schwere der Erkrankung, aber auch vom Erregerstamm abhängig ist“, berichtet Glasmacher.

Jüngere Patienten, z.B. Kinder, würden eher länger ausscheiden. Patienten mit schwerer Erkrankung z.B. HUS würden eher kürzer ausscheiden. Bisher lägen die meisten Erkenntnisse zur Erregerart „Serogruppe O157“ vor, so das Robert Koch-Institut.

„Bei Kindern kann mit einer Ausscheidungsdauer von über einem Monat bei klinisch unauffälligem Bild gerechnet werden. Inwieweit diese Ergebnisse auch für die Erreger-Art O104:H4 zutreffen, muss noch geprüft werden“, schreibt Susanne Glasmacher.

Personen, die eine Infektion mit EHEC O104:H4 erworben haben, können den Erreger noch über eine gewisse Zeit nach Abklingen der Symptome und Genesung mit dem Stuhl ausscheiden, berichtet das Bundesgesundheitsministerium.

Erfahrungen der Vergangenheit mit EHEC-Infektionen zeigen, dass die Dauer der Ausscheidung von verschiedenen Faktoren wie z.B. Alter, Schwere der Erkrankung und Erregerstamm abhängig ist. Die durchschnittliche Dauer der Erregerausscheidung kann von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen variieren. Dabei scheiden jüngere Patienten und Kinder eher länger und Patienten mit schweren Erkrankungsverlauf wie z.B. HUS eher kürzer aus, so das Ministerium. Einer guten Sanitär- und Küchenhygiene kommt besondere Bedeutung zu. Experten des Ministeriums verweisen auf die Hinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Viele Ambulanzen managen die Nachsorge der Ehec-Patienten

Für die medizinische Versorgung und Nachsorge der Patientinnen und Patienten sind die Länder und die örtlichen Gesundheitsämter zuständig. Die Verantwortung für die Nachsorge und Maßnahmen nach der Entlassung liegt bei den behandelnden Krankenhäusern und Ärzten. Viele Krankenhäuser haben für die Nachsorge Ambulanzen eingerichtet, in denen die Patientinnen und Patienten in wöchentlichen Abständen betreut werden, berichtet das Gundesgesundheitsministeriums.

Bei jeder Infektionskrankheit kann es grundsätzlich zu weiteren Infektionen durch Mensch-zu-Mensch-Übertragung kommen. Mit Ehec infizierte Personen können den Erreger noch nach der Genesung mit dem Stuhl ausscheiden. Im Falle des EHEC O104-Ausbruchsgeschehen ist eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Erregers bisher in Einzelfällen bekannt. Durch das Einhalten von notwendigen Hygienemaßnahmen im Rahmen einer guten Sanitär- und Küchenhygiene wird einer Verbreitung des Erregers vorgebeugt.

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