Stuttgart 21: Nur noch schwache Proteste, Verkehrsminister Hermann kritisiert Bahn scharf

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 will die noch schwachen Proteste gegen das Bahnprojekt verstärken. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) äußert schwere Kritik am Geschäftsgebahren der Deutschen Bahn.

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 will in den nächsten Wochen die Proteste gegen das umstrittene Bahnprojekt verstärken. Noch zählen Beobachter wenige Demonstranten am Bahnhof. Die Bauarbeiten rings um den Bahnhof sind am Dienstag wieder aufgenommen wurden.

Das Aktionsbündnis plant für den 9. Juli eine Großdemonstration. Sollten die Bagger in diesem Sommer an den Südflügel des Hauptbahnhofs und die großen Bäume im Schlossgarten gehen, sei mit ähnlichen Demonstrationen wie im Herbst des vergangenen Jahres zu rechnen, sagte einer der Sprecher des Bündnisses, Hannes Rockenbauch, laut Nachrichtenagenturen.

Unterdessen kritisierte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) das Verhalten der Deutschen Bahn. Das Unternehmen halte sich nicht an Absprachen aus der Schlichtung und verschleiere nach wie vor Zahlen, sagte Hermann in einem Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR).

Kritik von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne)

Die Bahn provoziere mit dem Weiterbau. Ihre Haltung, die sie der Bevölkerung damit vermittle, laute: „Das war alles ein Spielchen, was wir da betrieben haben“. Zudem nehme die Bahn gravierende Änderungen am Projekt vor, die nicht genehmigt seien, sagte Hermann. Das betreffe das Planfeststellungsverfahren in der Nähe des Flughafens und eine erhöhte Grundwasserförderung in der Innenstadt.

Seit mehr als einem Jahr gibt es in Stuttgart teilweise heftige Proteste gegen den derzeit 4,1 Milliarden teuren Umbau des Bahnhofs. Nach zwei Monaten hatte die Bahn wieder ihre Arbeiten aufgenommen. Bis zur Vorstellung eines Belastungstests am 14. Juli sollen aber keine unumkehrbaren Fakten geschaffen werden. Am Freitag in der letzten hatte die grün-rote Landesregierung einen Vorschlag der Bahn zurückgewiesen, den Bau- und Vergabestopp bis Mitte Juli zum Preis von 56 Millionen Euro zu verlängern.

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