Autokonzerne können günstig nach Russland exportieren

Volkswagen, Renault, General Motors und Ford errichten Autowerke und importieren dafür zollfrei Kfz-Teile. Die größten Investitionen tätigt der französische Renault-Konzern, die Franzosen allein werden zwei Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Produktionsanlagen stecken.

Volkswagen, Renault, General Motors und Ford haben sich zu Investitionen in einer Gesamthöhe von fünf Milliarden Dollar in Russland verpflichtet. Die Vereinbarung wurde zwischen den Autokonzernen und dem russischen Handels- und dem Industrieministerium getroffen. Die Investoren haben zugesagt, im Jahr 2020 jeweils 300.000 Autos in Russland zu bauen – und dies mit einem Lokalisierungsgrad von 60 Prozent. Außerdem muss jeder Konzern ein Motorenwerk mit 200.000 Stück Jahreskapazität errichten.

Dafür können die Autobauer für acht Jahre die in ihren Werken benötigten Bauteile zollfrei  importieren. Außerdem dürfen sie fünf Prozent ihrer russischen Produkte in so genannter „Großkomponenten-Montage“ herstellen – was bedeutet, dass diese Autos andernorts gebaut und dann zur formellen Endmontage in Russland wieder zum Teil demontiert werden.

Volkswagen hat nun zugesagt, weitere 900 Millionen US-Dollar in seine russische Produktion zu stecken. Diese wird neben dem Volkswagen-Werk in Kaluga auch bei GAZ (Gorkier Automobilwerk) in Nischni Nowgorod stattfinden. Insgesamt will der VW-Konzern elf Modelle seiner Marken in Russland auflegen.

Ebenfalls mit GAZ kooperiert auch der US-Autokonzern General Motors, der sich zu einer Milliarde US-Dollar Investitionsvolumen verpflichtete. Bei GAZ sollen Kleinwagen vom Typ Chevrolet Aveo gebaut werden. Der Schwerpunkt der Konzernaktivitäten wird jedoch das firmeneigene Werk in St. Petersburg, dessen Kapazität von gegenwärtig 60.000 Fahrzeugen auf 230.000 erweitert werden soll. Gegenwärtig werden dort vor allem der Chevrolet Cruze sowie der Opel Astra gebaut. Auch wird an einem Nachfolgemodell des gemeinsam mit Lada gefertigten Chevrolet Niva gearbeitet.

Der Ford-Konzern hat sich hingegen vor kurzem mit dem russischen Autobauer Sollers (UAZ sowie Lizenzfertigung von Ssangyong- und Fiat-Modellen) zusammengetan und verspricht, drei neue Autowerke für 1,2 Milliarden US-Dollar zu errichten.

Das größte Investitionspaket unter den neuen Bedingungen schnürte der lokale Marktführer, die Allianz aus Renault, Nissan und dem Lada-Hersteller Avtovaz sowie dessen Dependance Izh-Avto. Sie will zwei Milliarden US-Dollar in neue Produktionskapazitäten investieren.

Der Fiat-Konzern will vorerst unter den Bedingungen der alten Produktions-Vereinbarung weiterarbeiten. Der Konzern hege aber Pläne, ebenfalls 1,1 Milliarden US-Dollar in zwei Werke in Russland zu stecken, wo dann 120.000 Fiat- und Chrysler-Modelle gebaut werden sollen, erklärte ein Sprecher des Industrieministeriums. Branchenkenner bezweifeln aber die Verwirklichungs-Chancen dieses Projektes, nachdem sich vor kurzem Fiat und sein bisheriger Partner Sollers trennten.

Unter ähnlichen Bedingungen wie auf dem Pkw-Markt strebt auch Mercedes-Benz zusammen mit seinem russischen Partner Kamaz eine Vereinbarung für die Lkw-Produktion an. Zudem plant Daimler, eine Fertigungslinie für den Kleintransporter Sprinter in Russland aufzubauen. Neben Volkswagen und General Motors wurde für dieses Projekt das modernisierungsbedürftige Autowerk GAZ als Partner gewonnen.

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